Pension für Selbstständige in Österreich

Finanzen & VorsorgenBlog8. April 2026

Von insgesamt rund 4.472.273 Erwerbstätigen in Österreich waren 2024 laut WKO über 500.000 Personen in der gewerblichen Wirtschaft, in freien Berufen oder in der Landwirtschaft selbstständig.

Die Selbstständigen-Quote betrug somit 11,4 % und hält sich seit zwanzig Jahren relativ stabil.

Selbstständige sind pflichtversichert und zahlen ebenso wie Angestellte in ihr Pensionskonto ein.

Da sich die Höhe der Beiträge nach dem Gewinn richtet, zahlen Selbstständige meist weniger ein als Angestellte, deren Bemessungsgrundlage das Gehalt ist.

Somit erhalten sie in vielen Fällen auch eine geringere Pension.

Umso wichtiger ist es, als Unternehmerin oder Unternehmer privat vorzusorgen, um im Alter bestmöglich abgesichert zu sein.

Im folgenden Beitrag erklären wir Ihnen, warum besonders Selbstständige von der Pensionslücke betroffen sind, und geben Ihnen hilfreiche Tipps, damit Sie in der Pension bestmöglich abgesichert sind. 

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Gesetzliche Pension für Selbstständige in Österreich

Angestellte in Österreich sind über das ASVG (Allgemeine Sozialversicherungsgesetz) abgesichert, Selbstständige über das GSVG (Gewerbliches Sozialversicherungsgesetz) bei der SVS.

Diese Pflichtversicherung umfasst neben der Kranken- und Unfallversicherung auch die Pensionsversicherung und beginnt grundsätzlich mit dem Tag der Gewerbeanmeldung.

Voraussetzungen für den Anspruch auf Alterspension nach dem Allgemeinen Pensionsgesetz (APG) sind: 

  • die Vollendung des 65. Lebensjahres (seit 1.1.2024 wird die Altersgrenze für Frauen stufenweise erhöht, sodass ab 1.7.2033 auch das 65. Lebensjahr als Altersgrenze gilt), sowie
  • mindestens 180 Versicherungsmonate, von denen mindestens 84 Versicherungsmonate aufgrund einer Erwerbstätigkeit ab dem 1.1.2005 erworben wurden.

Die Berechnung der Pensionshöhe erfolgt über das Pensionskonto und ist abhängig von den eingezahlten Beträgen. 

Aktuell betragen die Beiträge 18,50 % für die Pensionsversicherung, 6,80 % für die Krankenversicherung sowie 1,53 % für die Selbstständigenvorsorge; zusätzlich fällt ein Fixbetrag von 12,95 Euro monatlich für die Unfallversicherung an (davon ausgenommen sind Neue Selbstständige).

Gut zu wissen: In den ersten drei Jahren der Selbstständigkeit werden die SVS-Beiträge vorläufig auf Basis der Mindestbeitragsgrundlage berechnet. Sobald der Einkommensteuerbescheid vorliegt, erfolgt die endgültige Bemessung. Daraus kann sich eine Nachzahlung oder eine Gutschrift ergeben.

 

Wie viel Pension erhalten Selbstständige wirklich?

Um zu berechnen, wie hoch Ihre staatliche Pension sein wird, müssen Sie zuerst Ihre Beitragsgrundlage kennen. 

Üblicherweise ist das Ihr jährlicher Gewinn, den Sie dann mit 1,78 % multiplizieren. 

Daraus ergibt sich die sogenannte „Teilgutschrift“. Diese wird in den Folgejahren mit einer „Aufwertungszahl“ aufgewertet, die die Inflation ausgleichen soll und jährlich neu festgelegt wird.

Berechnungsbeispiel:

Sie sind seit 2023 selbstständig, Ihre Beitragsgrundlage betrug zwischen 30.000 und 50.000 Euro. 

JahrBeitragsgrundlage in EURPensionsversicherungsanteilTeilgutschriftAufwertungszahlAufgewertete Gutschrift (aus Vorjahr)Gesamtgutschrift
202330.0001,78 %534--534
202440.0001,78 %7121,063567,641.279,64
202550.0001,78 %8901,0731.373,062.263,06

Somit haben Sie nach drei Jahren rund 2.260 Euro auf Ihrem Pensionskonto angespart. 

 

Die Pensionslücke: Warum Selbstständige besonders betroffen sind 

Die Pensionslücke, also der Unterschied zwischen dem letzten Nettogehalt und der Pension, trifft manche Personengruppen stärker als andere: Auf der einen Seite sind es Frauen, die aufgrund von Teilzeitarbeit, unbezahlter Care-Arbeit und der Beschäftigung in Niedriglohnsektoren besonders stark unter der Pensionslücke leiden. Auf der anderen Seite trifft es auch viele Selbstständige:

  • Ihre Bemessungsgrundlage für die Pensionsversicherung orientiert sich am jährlichen Gewinn und ist somit meist niedriger als bei Angestellten, deren Beitragsgrundlage das Gehalt ist.
  • Aufgrund des unregelmäßigen Einkommens von Selbstständigen variieren auch die einbezahlten Pensionsbeiträge.
  • Selbstständige sind seltener von betrieblichen Vorsorgemodellen umfasst als Angestellte.
  • Gespart oder für die Pension zurückgelegt wird häufig nur in finanziell guten Zeiten.  
  • Meist werden Fixbeträge angespart, statt prozentuell an das Einkommen angepasste Beiträge für die private Vorsorge zurückzulegen.
  • Zwar gilt das Drei-Säulen-Modell der Altersvorsorge (staatliche, betriebliche, private Vorsorge) grundsätzlich auch für Selbstständige, jedoch häufig nicht in der wünschenswerten Ausprägung. In der Praxis führt dies dazu, dass insbesondere die betriebliche und private Vorsorge oft unzureichend ausgebaut sind und die staatliche Pension eine größere Rolle einnimmt. Dadurch steigt für Selbstständige das Risiko von Altersarmut.

     

Altersvorsorge für Selbstständige: Das können Sie heute tun, um morgen abgesichert zu sein 

Um die Pensionslücke zu schließen und aktiv gegen Altersarmut   vorzugehen, sollten gerade Selbstständige frühzeitig an morgen denken. Denn es macht einen großen Unterschied, ob Sie mit 25 oder mit 55 beginnen, für Ihre Pension vorzusorgen.

  • Frühzeitig mit einem aktiven Vermögensaufbau beginnen:  
    Wenn Sie früh mit der Einzahlung in Ihre Pensionsvorsorge beginnen, reichen anfangs auch kleinere Beträge, die sich auf lange Sicht jedoch summieren.
  • Regelmäßig das eigene Pensionskonto überprüfen: 
    Über den Pensionskontorechner können Sie schon frühzeitig sehen, wie hoch Ihre staatliche Pension in der Zukunft sein wird. Das hilft dabei, eine mögliche Pensionslücke realistisch einzuschätzen.
  • Planen Sie monatliche Fixbeträge für Ihre private Altersvorsorge ein:
    Wenn Sie wissen, wie hoch Ihre Pensionslücke sein wird, können Sie vorab berechnen, welchen Betrag Sie monatlich ansparen sollten. Denken Sie auch daran, den Betrag bei Einkommenssteigerungen anzupassen, beispielsweise als festen Prozentsatz Ihres Gewinns.
  • Nehmen Sie professionelle Beratung in Anspruch:
    Gerne beraten wir Sie zum Thema Altersvorsorge für Selbstständige. Vereinbaren Sie einfach einen Termin! Außerdem ist es sinnvoll, alle zwei bis drei Jahre einen Vorsorge-Check durchzuführen: Entsprechen die monatlich angesparten Beträge noch Ihrem gewohnten Lebensstandard?  

 

Ein Mann sitzt entspannt vor dem Laptop und arbeitet in einem Cafe.Viele Selbstständige schätzen die Freiheit ihrer Arbeit – bei der Pension ist Eigeninitiative besonders gefragt

Warum Selbstständige vor allem auf private Altersvorsorge setzen sollten 

Die Pensionsvorsorge in Österreich beruht auf drei Säulen: der staatlichen, der betrieblichen und der privaten Pensionsvorsorge. Bei Selbstständigen sind die Möglichkeiten in der zweiten Säule eingeschränkt und auch die staatliche Pension liegt in der Regel unter jener von Angestellten. Deshalb sind Selbstständige im Alter stärker abhängig von privater Vermögensvorsorge.  

Das sind die Vorteile einer privaten Altersvorsorge: 

  • Sie bauen langfristig Kapital für Ihre Pension auf
  • Sie sind in der Pension nicht allein auf die staatliche Vorsorge angewiesen
  • Durch die zusätzliche Einkommensquelle können Sie Ihre Pensionslücke schließen
  • Sie können in der Pension Ihren gewohnten Lebensstandard aufrechterhalten und Ihre Pension in vollen Zügen genießen
  • Viele Vorsorgeprodukte sind steuerlich begünstigt oder durch staatliche Prämien gefördert
  • Klassischen Lebensversicherungen bieten viel Sicherheit, fondsgebundenen Lebensversicherungen haben oft hohe Ertragschancen
  • Sie erhalten eine garantierte lebenslange, steuerfreie Zusatzpension

     

Welche private Altersvorsorge eignet sich am besten für Selbstständige?

Ob klassisch oder fondsgebunden: Eine Lebensversicherung sorgt dafür, dass Sie im Alter gut abgesichert sind, um in der Pension Ihr Leben in vollen Zügen genießen zu können. Welche Art der privaten Altersvorsorge zu Ihnen passt, hängt von einigen Faktoren ab.

Sind Sie eher risikoscheu? Dann ist eine klassische Lebensversicherung das Richtige. Legen Sie Wert auf möglichst hohe Ertragschancen, bei einem gewissen Risiko? Dann kommt eine fondsgebundene Lebensversicherung für Sie infrage.

Tipp: Um die passende private Altersvorsorge für Ihre Bedürfnisse zu finden, unterstützen wir Sie gerne bei der Produktauswahl. Vereinbaren Sie am besten noch heute einen Beratungstermin mit unseren Vorsorge-Expertinnen und -Experten! 


Jetzt handeln statt später bereuen

Selbstständige sind oft stärker von der Pensionslücke, also dem Unterschied zwischen ihrem letzten Einkommen und der Pension, betroffen. Das liegt an vielen Faktoren, wie etwa an den unterschiedlich hohen Beitragszahlungen, die abhängig vom Gewinn sind, oder auch am Wegfall der betrieblichen Vorsorge, von der viele Angestellte profitieren.  


Gerade deshalb sollten Selbstständige frühzeitig an ihre Altersvorsorge denken, um mit regelmäßigen Beiträgen langfristig ein solides finanzielles Polster aufzubauen und den gewohnten Lebensstandard in der Pension zu sichern. Die staatliche Pension bildet dabei eine wichtige Basis, reicht für Selbstständige jedoch häufig nicht aus.


Gerne unterstützen wir Sie bei der Planung Ihrer privaten Vorsorge: Gemeinsam analysieren wir Ihre aktuelle Situation, berechnen Ihre mögliche Pensionslücke und finden die passende Vorsorgelösung für Sie. 

 

FAQs - Häufig gestellte Fragen

Eine gesetzlich garantierte Mindestpension gibt es in Österreich nicht, weder für Selbstständige noch für Angestellte. Unter gewissen Voraussetzungen haben Sie Anspruch auf eine „Ausgleichszulage“, um eine zu geringe Pension auf das Existenzminimum anzuheben und so vor Altersarmut zu bewahren.

Ja, als selbstständige Person sind Sie verpflichtet, ab dem Tag Ihrer Gewerbeanmeldung einen fixen Prozentsatz Ihres Einkommens in Ihre Pensionsversicherung einzuzahlen. Die Beiträge sind monatlich oder quartalsweise an die Sozialversicherung abzuführen.  

Da besonders Selbstständige zu jener Personengruppe zählen, die später weniger Pension erwarten können als beispielsweise Angestellte, sollten Sie so früh wie möglich an eine private Altersvorsorge denken. Schon zu Beginn der Selbstständigkeit ist es sinnvoll über den Pensionskontorechner die zu erwartende staatliche Pension auszurechnen, um eine mögliche Pensionslücke zu entdecken und rechtzeitig zu handeln. 

In der regulären Alterspension gibt es keine Zuverdienstgrenze, Sie können also so viel dazuverdienen, wie Sie möchten. Ausnahmen und besondere Regelungen gibt es für die vorzeitige Alterspension, die krankheitsbedingte Pension und die Hinterbliebenenpension.

Beiträge für Lebens-, Renten- und Krankenversicherungen können in Österreich nur mehr dann als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden, wenn der Vertrag vor dem 1.1.2016 abgeschlossen wurde. Private Rentenversicherungen sind von KESt befreit, allerdings wird eine Versicherungssteuer von rund vier Prozent fällig. Lediglich Beiträge für die freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung und für den Nachkauf von Versicherungszeiten sind abzugsfähig.

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