Altersarmut bei Frauen: Warum jede 5. Pensionistin gefährdet ist

Finanzen & VorsorgenBlog8. März 2026

Laut WKO sind 18 Prozent aller Frauen ab 65 Jahren in Österreich armutsgefährdet. Denn die durchschnittliche Alterspension von Frauen liegt mit 1.563 Euro unter dem Richtwert der Armutsgefährdungsschwelle von 1.661 Euro im Monat (Stand: 2024).

Frauen in Österreich erhalten weniger Pension als Männer, ihre Lebenserwartung liegt mit 83,6 Jahren knapp fünf Jahre über der der Männer. Somit haben Frauen über längere Jahre weniger Einkommen zur Verfügung; gleichzeitig steigen die Kosten für Gesundheit und Pflege im Alter.

Altersarmut ist allerdings kein Schicksal, das Frauen einfach hinnehmen müssen: Sie kann aktiv verhindert werden, etwa durch eine freiwillige Höherversicherung, Pensionssplitting oder eine private Vorsorge. Im folgenden Beitrag informieren wir Sie über die Hauptursachen für Altersarmut und was Sie als Frau selbst tun können, um im Alter nicht davon betroffen zu sein.

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Was ist Altersarmut?

Von Altersarmut spricht man dann, wenn das Nettohaushaltseinkommen von Personen über 65 Jahren unter der Armutsgefährdungsschwelle von aktuell 1.661 Euro im Monat (Stand: 2024) liegt. Häufig reichen die Einkünfte dann nicht aus, um den Lebensunterhalt und die Grundbedürfnisse zu decken, die Betroffenen leiden unter sozialer Isolation und haben ein höheres Risiko, zu erkranken.

Für Menschen in einer solchen Notsituation gibt es eine staatliche Ausgleichszulage, die im Ernstfall helfen soll, die geringen Einkünfte in der Pension auszugleichen.

Der „Gender Pension Gap“, also jener Unterschied zwischen den Pensionen von Männern und Frauen, ist in den vergangenen Jahren zwar etwas geringer geworden. Nichtsdestotrotz verdienen Frauen immer noch deutlich weniger als Männer – und das schlägt sich auch auf eine niedrigere Pension nieder. Besonders betroffen sind laut Statistik Austria alleinlebende Pensionistinnen: Von ihnen waren im Jahr 2024 sogar 32 % armutsgefährdet.

 

Die Zahlen: Altersarmut ist weiblich

In Österreich waren im Jahr 2024 666.000 Frauen und 518.000 Männer ab 18 Jahren armuts- oder ausgrenzungsgefährdet.

Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer und zahlen daher weniger in die Pensionsversicherung ein. 

Zudem unterbrechen Frauen oft ihre Erwerbstätigkeit, um sich um Kinder oder pflegebedürftige Angehörige zu kümmern und sind häufig in schlechter bezahlten Branchen beschäftigt. 

 

Gender Pension Gap

Mit „Gender Pension Gap“ wird jene Lücke beschrieben, die zwischen den durchschnittlichen Alterspensionen von Frauen und Männern in Österreich besteht.

Rund die Hälfte der erwerbstätigen Frauen in Österreich arbeitet in Teilzeit und übernimmt beinahe dreiviertel der unbezahlten Care-Arbeit (Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, Hausarbeit).

Der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen liegt im Durchschnitt bei 18,3 % Jahr

Dies setzt sich natürlich bei den Pensionen fort: Der Gender Pension Gap betrug 2024 laut Statistik Austria 40,3 %. Frauen erhalten mit 1.563 Euro (14x pro Jahr) deutlich weniger Pension als Männer mit 2.620 Euro.

Seit der Pensionsreform 2015 wird der gesamte Erwerbsverlauf, nicht mehr die besten 15 Jahre, zur Berechnung der Pensionshöhe herangezogen. 

Mehr Jahre in Teilzeit verschlechtern somit für Frauen die Bemessungsgrundlage für ihre spätere Pension.

 

Wer ist besonders betroffen?

Besonders armutsbetroffen sind alleinlebende Frauen, Ein-Eltern-Haushalte und Personen in kinderreichen Familien.

Bei alleinlebenden Pensionistinnen zeigt sich ein deutlicher Unterschied zu alleinlebenden Pensionisten: Während bei den Frauen 32 % armutsgefährdet sind, sind es bei den Männern „nur“ 16 %.

Auch jüngere Einpersonenhaushalte sind stärker von Armutsgefährdung betroffen als die restliche Bevölkerung, allerdings konnte hier kein Unterschied zwischen Männern und Frauen festgestellt werden.

Alleinerziehende Eltern oder Eltern in Mehrpersonenhaushalten mit mindestens drei Kindern sind ebenso stark armutsgefährdet.

Mutter sitzt lachend im Bett und liest einem Kleinkind eine Geschichte vor.Kostbare Zeit jetzt genießen – aber die Pension nicht aus den Augen verlieren. Früh vorsorgen schützt vor Altersarmut.

Auswirkungen von Altersarmut auf Lebensqualität

Altersarmut wirkt sich stark auf die gesamte Lebensqualität aus. Nicht nur Wohnkosten können zur finanziellen Belastung werden, wenn das monatliche Einkommen gering ist.

Personen, die von Altersarmut betroffen sind, schränken ihre sozialen Aktivitäten häufig ein: Sie gehen seltener aus, besuchen kaum Veranstaltungen und ziehen sich zunehmend aus dem gesellschaftlichen Leben zurück.

Dies kann zu sozialer Isolation und Einsamkeit führen. Da im Alter zudem die Kosten für Gesundheit, Medikamente und Pflege steigen, geraten viele Betroffene zusätzlich unter einen finanziellen und psychischen Druck, der ihre Lebensqualität weiter beeinträchtigt.

 

Gründe für Altersarmut bei Frauen: Die Hauptursachen

Es gibt viele Ursachen, die zur Altersarmut bei Frauen führen können: Nach wie vor arbeiten mehr Frauen als Männer in Teilzeit und zahlen somit weniger in ihr Pensionskonto ein.

Frauen sind zum Großteil für die Kinderbetreuung und die unbezahlte Care-Arbeit zuständig. 

Außerdem verdienen sie im Durchschnitt weniger als Männer („Gender Pay Gap“).

 

Die Teilzeitfalle

Ob selbst gewählt oder nicht anders möglich: Viele Frauen entscheiden sich für eine Teilzeitbeschäftigung. Wenngleich dies dem aktuellen Lebensstil entspricht und mehr Freiheiten bietet, so schränkt es doch viele Frauen später ein.

Denn mehrere Jahre Teilzeit belasten das Pensionskonto im negativen Sinn, da die eingezahlten Beiträge nicht an jene einer Vollzeitbeschäftigung herankommen.

Darüber hinaus ist es oft schwierig, angemessen bezahlte Teilzeitstellen zu bekommen oder von einer Teilzeit- in eine Vollzeitbeschäftigung zu wechseln.

 

Karenz und Kinderbetreuung

Zeit mit Kindern zu verbringen, ist für viele Eltern ein zentraler Wunsch. In Österreich bekommen Frauen im Durchschnitt 1,4 Kinder und übernehmen in den meisten Fällen in den ersten Lebensjahren einen Großteil der Kinderbetreuung.

Diese Phase geht häufig mit längeren Erwerbsunterbrechungen oder einer Reduktion der Arbeitszeit einher, was zu einem geringeren Einkommen führt.

Rund die Hälfte der erwerbstätigen Frauen in Österreich arbeitet in Teilzeit. Diese Ungleichverteilung von Betreuungsarbeit trägt wesentlich dazu bei, dass Altersarmut häufig weiblich ist.

Seit der Pensionsreform 2015 wird der gesamte Erwerbsverlauf, nicht mehr die besten 15 Jahre, zur Berechnung der Pensionshöhe herangezogen.

Mehr Jahre in Teilzeit verschlechtern für Frauen somit die Bemessungsgrundlage der späteren Pension.

Gender Pay Gap

Die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern geht weit auseinander.

In Österreich verdienen Frauen im Durchschnitt 18,3 % weniger als Männer (Stand: 2023) und liegen somit deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 12 %.

Neben der geringeren Anzahl der bezahlten Arbeitsstunden arbeiten viele Frauen häufig in schlechter bezahlten Berufen, wie beispielsweise im Dienstleistungssektor oder im Handel, während Männer häufiger in besser bezahlen Sparten arbeiten und öfter Führungspositionen bekleiden.

 

Care Arbeit und Pflege

Frauen in Österreich übernehmen einen Großteil der unbezahlten Pflegearbeit (Hausarbeit, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen).

Der Gender Overall Care Gap liegt hierzulande bei 71 %. Das hat zur Auswirkung, dass Frauen häufig gar nicht in der Lage sind, Vollzeit zu arbeiten und mehr in ihr Pensionskonto einzuzahlen. 

 

Arbeitslosigkeit vor Pension

Der Bezug von Arbeitslosengeld schmälert später auch Ihre Einkünfte aus der Pension.

Denn obwohl Personen, die Arbeitslosengeld beziehen, Versicherungszeiten sammeln und in ihr Pensionskonto einzahlen, ist die Bemessungsgrundlage niedriger: Für die Berechnung der Pensionsgutschrift werden nämlich nur 70 % des Arbeitslosengeldes als Bemessungsgrundlage herangezogen.

 

Altersarmut vermeiden: Das können Frauen konkret tun

Altersarmut bei Frauen kann verhindert werden. Wichtig ist es, rechtzeitig daran zu denken und für die Zukunft vorzusorgen.

Ob durch Stundenaufstockung, Pensionssplitting oder eine private Altersvorsorge: Es gibt viele Möglichkeiten, sich finanziell abzusichern. „Starten statt Warten!“

  • Vollzeit statt Teilzeit: Je früher Frauen, besonders nach der Karenz, wieder Vollzeit ins Berufsleben einsteigen, desto positiver wirkt sich das später auf ihre Pension aus. Denn höhere Einzahlungen bedeuten später auch höhere Auszahlungen.  
  • Pensionshöhe berechnen: Nutzen Sie Ihr persönliches Pensionskonto, um vorab die Höhe Ihrer späteren Pension zu berechnen. Über den Pensionskontorechner können Sie die Entwicklung Ihres Pensionskontos beobachten und abschätzen, wie hoch Ihre künftige Pension sein wird.
  • Pensionssplitting vereinbaren: Kümmert sich ein Elternteil vermehrt um die Kinderbetreuung, kann ein Pensionssplitting, also die Aufteilung der Gutschriften auf das Pensionskonto, vereinbart werden. So müssen Sie sich nicht im Alter auf die Unterstützung durch Ihre Partnerin oder Ihren Partner verlassen und teilen sich schon vorab Ihre später zu erwartende Pension fair auf.
  • Partnerschaftliche Altersvorsorge: Ähnlich wie beim Pensionssplitting können Sie auch mit dem mehr verdienenden Partner vereinbaren, dass er oder sie einen Teil der Altersvorsorge übernimmt, wenn Sie in Teilzeit arbeiten oder sich um die Kinder kümmern.  
  • Finanzielle Unabhängigkeit anstreben: Um im Alter unabhängig zu sein und Ihr Leben nach Ihren Vorstellungen gestalten zu können, hilft es, rechtzeitig vorzusorgen. 
Eine Pensionistin sitzt im Rollstuhl und spielt mit ihrem Hund.Die Pension genießen – das hat sich jede Frau verdient.

Jetzt private Vorsorge starten 

Eine private Pensionsvorsorge kann für viele Frauen sinnvoll sein, um sich vor Abhängigkeiten zu schützen und im Alter gut abgesichert zu sein. „Starten statt Warten!“ lautet unsere Devise: Denn ein Vermögensaufbau kann bereits in jungen Jahren mit kleinen monatlichen Beiträgen beginnen, um später einen großen Unterschied zu machen.

Tipp: Drei Frauen in unterschiedlichsten Lebenslagen haben uns ihre ganz persönlichen Geschichten zum Thema Vorsorge erzählt. Jetzt ansehen!

Eine Lebensversicherung hilft Ihnen dabei, intelligent vorzusorgen, um in der Pension nicht allein auf die staatliche Vorsorge angewiesen zu sein und Ihr Leben in vollen Zügen genießen zu können:

Sie möchten wissen, welche Art der finanziellen Absicherung für Sie sinnvoll ist? Kontaktieren Sie uns gerne für eine persönliche Beratung.

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FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Altersarmut bei Frauen

Die Altersarmutsgefährdungsquote beschreibt den Anteil der Personen ab 65 Jahren, deren Einkommen unter der Armutsgrenze von aktuell 1.661 Euro im Monat liegt.

In Österreich lag sie im Jahr 2024 bei 32 % für alleinlebende Pensionistinnen.  

Die Ursachen für die erhöhte Altersarmutsgefährdung von Frauen sind vielfältig und meist eine Kombination aus mehreren Faktoren: Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit und in schlechter bezahlten Branchen und unterbrechen ihre Karriere oft für eine längere Zeit für die Kinderbetreuung.

Außerdem verdienen Frauen im Durchschnitt weniger als Männer (Gender Pay Gap) und übernehmen meist den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit.

Dadurch zahlen sie über mehrere Jahre weniger in ihr staatliches Pensionskonto ein und bekommen im Alter weniger Pension.

Eine gesetzlich garantierte Mindestpension gibt es in Österreich weder für Frauen noch für Männer.

Allerdings gibt es für Menschen mit sehr niedrigen Pensionen unter gewissen Voraussetzungen eine Ausgleichszulage, die das Einkommen auf ein existenzsicherndes Niveau anheben soll.

Die Höhe ist abhängig von der Anzahl der Personen, die in einem Haushalt leben, und dem monatlichen Einkommen der betroffenen Person.  

Es gibt mehrere Lösungen gegen Altersarmut für Frauen:

  • Pensionssplitting mit dem Partner vereinbaren,
  • nach der Karenz bald wieder Arbeitsstunden aufstocken,
  • Qualifikationen erweitern,
  • auf Berufe mit besseren Verdienst- und Aufstiegschancen setzen,
  • frühzeitig privat vorsorgen, etwa durch den Abschluss einer Lebensversicherung in jungen Jahren.