Wie verhalte ich mich richtig bei einem Skiunfall?
Freizeit & HobbyBlog16. Januar 2026
Für viele Österreicherinnen und Österreicher ist der Skiurlaub das Highlight im Jahr, denn weiße Berglandschaften, frischer Pulverschnee und präparierte Pisten bedeuten ein spannendes Abenteuer.
Das ist allerdings nicht ganz risikofrei: Jährlich ereignen sich ca. 4.600 Skiunfälle in Österreich.
Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich im Ernstfall verhalten, wie Sie einem Unfall vorbeugen und warum ein umfassender Versicherungsschutz eine gute Idee ist.
Selbst-Check: Bin ich verletzt?
Eine typische Situation: Sie spüren einen scharfen Stich im Knie. Dann stoppen Sie sofort.
Wenn das Knie unter Last nachgibt oder stark schmerzt, verlassen Sie die Piste nicht mehr aus eigener Kraft. Knieverletzungen gehören zu den häufigsten Verletzungen beim Skifahren.
Ein anderes Szenario: Sie kollidieren mit einer anderen Skifahrerin bzw. einem anderen Skifahrer.
Das Problem: Auf der Piste erkennt man Schmerzen oft zu spät, weil Kälte, Adrenalin und dicke Kleidung vieles überdecken.
Nehmen Sie deshalb jeden Schmerz ernst, vor allem wenn er scharf, stechend oder ziehend auftritt. Wie sollten Sie sich nach einem Skiunfall verhalten?
Bei physischen Verletzungen oder Schmerzen: Hier können Sie wegen dicker Winterkleidung meist nicht direkt nachschauen, weil Jacken, Skihosen und Protektoren den ersten Blick verdecken.
In diesem Moment helfen folgende Schritte:
- Bewegen Sie das betroffene Körperteil langsam und ohne Druck: Wenn die Bewegung blockiert oder Schmerzen sofort stark einschießen, stoppen Sie.
- Testen Sie vorsichtig Ihren Stand: Stellen Sie sich auf beide Beine. Wenn Sie sicher stehen können, bewegen Sie sich langsam an den Pistenrand. Gibt das Gelenk nach oder fühlt es sich wackelig an, bleiben Sie stehen.
- Atmen Sie tief durch und warten Sie einen Moment: Adrenalin verdeckt Schmerzen. Ein klarer Kopf hilft Ihnen, die Lage besser einzuschätzen.
- Hören Sie auf Ihren Körper: Ein scharfer, punktueller Schmerz oder ein instabiles Gefühl im Gelenk sind klare Warnzeichen.
- Bitten Sie um Hilfe: Stoppen Sie, sichern Sie die Unfallstelle und sprechen Sie andere an. Jetzt sollten Sie nicht mehr allein weiterfahren oder die betroffene Stelle belasten.
Bei Symptomen, die auf einen Kreislaufkollaps oder eine systemische Reaktion hinweisen:
Dies betrifft Ihren Kreislauf oder ein beginnendes Schockgeschehen, zum Beispiel nach einem Unfall oder infolge körperlicher Überlastung. Orientieren Sie sich an dieser einfachen Reihenfolge:
- Prüfen Sie Ihre Atmung: Atmen Sie frei und gleichmäßig? Oder spüren Sie Enge, schnellen Atem oder Luftnot?
- Überprüfen Sie Ihre Orientierung: Können Sie klar denken? Wird Ihnen schwindlig, flau oder „schwarz vor Augen“?
- Testen Sie Ihre Beweglichkeit: Können Sie Arme und Beine normal bewegen, ohne dass der Kreislauf wegkippt oder starke Schwäche einsetzt?
- Belasten Sie sich vorsichtig: Stehen Sie sicher? Oder fühlen Sie sich wacklig, kraftlos oder kurz vor dem Wegsacken?
- Achten Sie auf Ihr Wärmeempfinden: Plötzliches Zittern, Kältegefühl trotz warmer Kleidung oder blasse Haut deuten auf Schock oder Kreislaufprobleme hin.
Wenn eines dieser Warnzeichen auftritt, stoppen Sie sofort, setzen oder legen Sie sich hin und wärmen Sie sich. Bitten Sie andere um Hilfe oder setzen Sie einen Notruf ab. Ein drohender Kollaps ist ernst, fahren Sie nicht weiter!
Unfallstellte sichern
Folgeunfälle gehören zu den gefährlichsten Situationen auf der Piste. Sobald Sie festgestellt haben, dass Sie Hilfe brauchen oder wenn jemand anders Hilfe benötigt, sichern Sie die Unfallstelle (soweit möglich). Damit verhindern Sie weitere Zusammenstöße.
So sichern Sie die Unfallstelle richtig:
- Skier sichtbar kreuzen: Formen Sie aus Skiern oberhalb der Unfallstelle ein X oder platzieren Sie Ihr Snowboard entsprechend.
- Sicherheitsabstand einhalten: Stellen Sie sich seitlich an den Pistenrand, nicht direkt bei der gestürzten Person. So können andere Skifahrer Sie rechtzeitig sehen und ausweichen. Wenn Sie helfen: Achten Sie darauf, selbst nicht angefahren zu werden.
- Andere Wintersportlerinnen und Wintersportler warnen: Nutzen Sie Handzeichen.
- Unübersichtliche Stellen vermeiden: Dazu zählen Kuppen oder Schattenzonen.
All diese Maßnahmen sind wichtig, weil andere Wintersportlerinnen bzw. Wintersportler mit hoher Geschwindigkeit unterwegs sind und oft schneller näherkommen, als es wirkt.
Eine gestürzte oder verletzte Person mitten auf der Piste führt schnell zu schweren Folgeunfällen. Mit einem gesicherten Unfallbereich schützen Sie daher nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen.
Lesetipp: Beim Skifahren und anderen Freizeit-Aktivitäten schützt nur eine private Unfallversicherung vor hohen Folgekosten. Erfahren Sie, welche Leistungen sie konkret abdeckt.
Sichern Sie die Unfallstelle ab, um sich selbst und die verletzte Person zu schützen.Erste Hilfe leisten und Notruf absetzen
Werden Sie Zeuge eines Skiunfalls, sollten Sie schnell reagieren und helfen. Besonders wenn die Person regungslos liegen bleibt oder offensichtlich verletzt ist.
Leisten Sie Erste Hilfe, Schritt für Schritt:
- Sprechen Sie die verletzte Person an: Reden Sie klar und ruhig. Stellen Sie sich vor und sagen Sie, was Sie tun.
- Prüfen Sie Bewusstsein und Atmung: Reagiert die Person auf Ihre Ansprache oder Berührung? Atmet sie normal?
- Nicht ansprechbar und keine normale Atmung: sofort Notruf und Herzdruckmassage beginnen. Jede Minute zählt.
- Ansprechbar: weiter mit den nächsten Schritten.
- Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Verletzungen: Achten Sie auf offensichtliche Fehlstellungen, starke Schmerzen, Atemprobleme oder blutende Wunden. Bewegen Sie die Person so wenig wie möglich.
- Skihelm nur entfernen, wenn es absolut nötig ist: Zum Beispiel, wenn die Person nicht atmet und Sie Zugang zu Mund und Nase brauchen. Vermeiden Sie unnötige Bewegungen im Halsbereich unbedingt.
- Halten Sie die Person warm: Decken Sie sie mit einer Rettungsdecke oder Jacke zu. Vermeiden Sie eine Unterkühlung.
- Starke Blutungen sofort stillen: Legen Sie, wenn möglich, einen Druckverband an oder drücken Sie mit Verbandsmaterial direkt auf die Wunde.
- Verletzte Körperteile entlasten und hochlagern (wenn möglich): Lagern Sie Arme oder Beine leicht erhöht, wenn das ohne zusätzliche Schmerzen möglich ist. Das reduziert Druck und Schwellungen.
- Schwellungen vorsichtig kühlen: Geben Sie Schnee in ein Tuch oder in einen Handschuh und legen Sie es auf die betroffene Stelle, nie direkt auf die Haut.
- Gebrochene Körperteile ruhigstellen: Nicht ziehen und nichts „einrenken“. Lassen Sie die betroffene Stelle in der Position, in der sie sich befindet, und stabilisieren Sie sie so gut wie möglich.
Notruf absetzen: So machen Sie es richtig
Im Notfall rufen Sie sofort Hilfe. Wenn Sie mit anderen unbeteiligten Personen am Unfallort sind, sollte eine Person Erste Hilfe leisten, während die andere den Notruf absetzt. Bleiben Sie ruhig und beantworten Sie die Fragen klar. Nutzen Sie die 5 W-Fragen:
- Wo ist der Unfall passiert? (Pistenname, Höhenangabe, markante Punkte)
- Was ist passiert?
- Wie viele Personen sind verletzt?
- Welche Verletzungen können Sie erkennen?
- Wer sind Sie und wie heißen Sie?
Wichtige Notrufnummern im Alpenraum
Damit Sie im Ernstfall nicht überlegen müssen, speichern Sie sich diese Nummern in Ihr Handy ein:
- Österreich – Bergrettung: 140
- Euronotruf: 112 (funktioniert immer, auch ohne Netz Ihres eigenen Anbieters)
- Schweiz – Rega: 1414
- Schweiz – Notruf Sanität: 144
Tragen Sie ein Handy mit geladener Batterie und gespeicherten Notfallnummern bei sich. Idealerweise mit aktiven GPS-Daten, damit die Einsatzkräfte Sie schneller finden können.
Bleiben Sie nach abgesetztem Notruf bei der verletzten Person, sprechen Sie mit ihr und warten Sie gemeinsam auf die Rettung.
Notrufzeichen: Alpine Notsignale, die Sie kennen sollten
Wenn Sie einen Skiunfall erleben und keinen Handyempfang haben, sollten Sie andere Optionen kennen, um schnell Hilfe zu rufen.
Für solche Fälle sollten Sie alpine Notsignale kennen und nutzen.
Die Signale sind international einheitlich und gelten somit in allen Alpenländern. Sie sind tagsüber und nachts wirksam.
So rufen Sie aktiv um Hilfe
Geben Sie sechs Signale innerhalb einer Minute ab, dann machen Sie eine Minute Pause, danach geben Sie wieder 6 Signale innerhalb einer Minute ab.
Wiederholen Sie den Ablauf so lange, bis Sie Antwort bekommen.
Das Hilfesignal kann optisch oder akustisch sein, beispielsweise:
- Armbewegungen
- Rufen
- Pfeifen
- Taschenlampe oder Stirnlampe (nachts)
- Skistöcke heben oder kreuzen
So sieht die Antwort auf einen Hilferuf aus
Wird Ihr Notsignal wahrgenommen, antwortet die andere Person mit drei Signalen pro Minute, legt anschließend eine Minute Pause ein und wiederholt danach wieder drei Signale pro Minute.
Genauso reagieren auch Sie, wenn Sie selbst einen Hilferuf bemerken: Mit diesem Antwortsignal zeigen Sie, dass Hilfe unterwegs ist.
So bleiben Sie auch aus der Luft erkennbar
Immer häufiger rückt in den Alpen die Hubschraubercrew zur Rettung aus.
Auch mit ihr können Sie direkt kommunizieren. Die Handzeichen sind international gültig:
- Beide Arme nach oben bedeuten: YES, ich brauche Hilfe.
- Ein Arm nach oben, einer nach unten bedeutet: NO, ich brauche keine Hilfe.
Tipp: Haben Sie beim Skifahren ein auffälliges Kleidungsstück dabei, beispielsweise eine Warnweste oder eine bunte Jacke, damit Sie diese im Notfall schwenken können. Die Flugrettung wird auch aus großer Entfernung hierauf aufmerksam.
Auch abseits der Piste: Vorsicht und Rücksicht sind essentiell.Rechtliches: Hilfe ist Pflicht
Wenn Sie einen Skiunfall beobachten oder selbst in einen Zusammenstoß geraten, müssen Sie handeln. Dazu verpflichtet Sie das österreichische Recht.
Wie auch im Straßenverkehr gilt: Sie müssen Erste Hilfe leisten, soweit es Ihnen möglich ist. Sie dürfen nicht einfach weiterfahren oder „nicht hinschauen“, sonst machen Sie sich strafbar.
Das sollten Sie direkt nach einem Zusammenstoß machen:
- Nicht weiter fahren: Das wäre Unfallflucht. Bleiben Sie am Unfallort. Nach einer Kollision ist die Lage oft unübersichtlich, weswegen Sie sich mit klarem Vorgehen eine Übersicht verschaffen sollten.
- Fragen Sie die andere Person, wie es ihr geht: Atmet sie normal? Kann sie aus eigener Kraft aufstehen und stehen bleiben?
- Helfen Sie aktiv, statt zuzusehen: Beruhigen Sie die Person. Sichern Sie die Unfallstelle und rufen Sie Hilfe.
- Daten austauschen: Wechseln Sie Name, Telefonnummer und Adresse aus. Sprechen Sie zudem Zeuginnen und Zeugen an.
- Ruhe bewahren: Nicht diskutieren und nicht streiten. Handeln Sie lösungsorientiert, auch wenn Sie glauben, keine Schuld zu tragen. Die Ursachen klären die Expertinnen und Experten.
Wichtig: Bringen Sie sich schnellstmöglich in Sicherheit. Sie können niemandem helfen, wenn Sie sich selbst in Gefahr befinden. Genau das betonen alle alpinen Sicherheitsregeln.
Die größte Gefahr entsteht durch Folgeunfälle, denn andere Fahrer rauschen oft ohne ausreichenden Abstand heran. Wenn Sie mitten in der Piste hocken oder sich ungeschützt über Verletzte beugen, riskieren Sie selbst schwere Verletzungen.
Das bedeutet: Gehen Sie sofort seitlich an den Pistenrand, wenn Sie noch gehen können oder sichern Sie die Unfallstelle, bevor Sie sich um die verletzte Person kümmern.
Risiken bei Nichteinhalten alpiner Sicherheitsvorschriften und Nichtreagieren
- Folgeunfälle: Andere Fahrerinnen und Fahrer können Sie übersehen, besonders bei Kuppen, schattigen Stellen oder an Abschnitten, bei denen mit hoher Geschwindigkeit gefahren wird.
- Eigene Verletzungen: Wenn Sie ohne Absicherung helfen, geraten Sie ebenfalls in Gefahr.
- Strafrechtliche Konsequenzen: Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar. Auch Unfallflucht kann angezeigt und geahndet werden.
- Zivilrechtliche Probleme: Wer nach einem Unfall einfach wegfährt, verliert rechtlichen Schutz (etwa von Seiten der Rechtsschutzversicherung) und riskiert hohe Schadensersatzforderungen.
Unfallversicherung: Wie Sie im Notfall abgesichert sind
Wenn Sie viel Ski fahren oder mit der Familie in die Berge fahren, sollten Sie sich auf jeden Fall absichern.
Ein Skiunfall kann schnell teuer werden, besonders wenn ein Hubschrauber benötigt wird oder eine Verletzung langfristige Folgen hat.
Eine private Unfallversicherung federt die hohen finanziellen Folgen ab und unterstützt Sie dabei, schnell wieder auf die Beine zu kommen.
Auch wenn die gesetzliche Unfallversicherung vieles abdeckt, greift sie nicht in der Freizeit und somit auch nicht beim Skifahren.
Eine private Unfallversicherung deckt hingegen Sportunfälle und Freizeitunfälle voll ab. Bei Zurich zählen dazu folgende Kosten:
- Helikopterbergung bis zu EUR 10.000 weltweit: Hubschrauberbergungen sind einer der größten Kostenfaktoren bei Skiunfällen. Oft bleibt keine andere Option, weil Rettungskräfte im steilen Gelände nicht schnell genug zum Unfallort gelangen.
- Invaliditätsschutz: Schwere Skiunfälle können häufig zu dauerhaften Einschränkungen führen. Invaliditätsleistungen bieten finanzielle Sicherheit bei bleibenden Schäden. Dabei ist eine 500%-Progression möglich.
- Spitalgeld: Auch wenn eine Behandlung im Spital durch die Kasse gedeckt ist, entstehen zusätzliche Kosten bei längeren Klinikaufenthalten. Mit einer privaten Unfallversicherung können Sie ein tägliches Spitalgeld für die ersten 14 Tage erhalten, das ab dem 15. Tag verdoppelt wird.
- Reha- und Unfallkosten: Leistungen für Heilkosten und Rehabilitation sind im unterschiedlichen Umfang je nach Tarif gedeckt.
- Unfallgeld bei Arbeitsunfähigkeit: Wenn Sie nach einem Unfall vorübergehend arbeitsunfähig sind, erhalten Sie für die Dauer von bis zu drei Wochen ein tägliches Unfallgeld. Diese Leistung hilft, kurzfristige Einkommensverluste abzufedern oder laufende Fixkosten zu decken
- Assistance-Hilfe: Zurich bietet besondere Leistungen wie 24-Stunden-Notfallservice auf Auslandsreisen, unlimitierter Rückholflug bei schweren Verletzungen, Unterstützung bei medizinischen Fragen und Zweitmeinungen und Organisation von medizinischen Hilfsmitteln.
Lesetipp: Wie hoch die Leistungen bei dauerhaften Schäden ausfallen, regelt die sogenannte Gliedertaxe. Erfahren Sie, was eine Gliedertaxe genau bedeutet und wie sie die Unfallversicherung beeinflusst.
Wie kann man Unfallrisiken beim Skifahren reduzieren?
Viele schwere Skiunfälle passieren, weil kleine Warnsignale ignoriert werden. Etwa schlechte Sicht, Müdigkeit, Selbstüberschätzung oder eine Ausrüstung, die nicht richtig sitzt.
Dabei genügen wenige, klare Regeln, um deutlich sicherer und entspannter unterwegs zu sein:
- Ausrüstung schützt nur, wenn sie richtig sitzt: Achten Sie darauf, dass Ihr Helm eng anliegt, ohne zu drücken. Auch Skischuhe sollten fest schließen und Halt bieten, denn Verdrehungen im Knie zählen zu den häufigsten Skiverletzungen. Lassen Sie die Skibindung vor der Saison im Fachgeschäft einstellen und tragen Sie eine Skibrille mit Tönung, um die Sicht zu verbessern. Zudem sollte Ihre Kleidung wärmen und gleichzeitig Bewegung bieten.
- Eigene Fähigkeiten ehrlich einschätzen: Fahren Sie nur auf Pisten, auf denen Sie sich sicher fühlen. Machen Sie früh genug Pausen und achten Sie auf Müdigkeitssignale. Zudem sollten Sie beim Skifahren Kinder nicht überfordern.
- Techniken üben und Pistenregeln einhalten: Brems-, Ausweich- und Falltechniken sollten Sie im Vorfeld trainieren. Sie können im Ernstfall eine große Hilfe sein. Zudem sollten Sie die jeweiligen Pistenregeln einhalten und sich mit den Pistenverhältnissen vertraut machen (beispielsweise können Hänge nachmittags zerfahren sein).
- Sicht- und Wetterverhältnisse berücksichtigen: Schlechtes Wetter macht jede Abfahrt anspruchsvoller. Nebel, flaches Licht, Schneefall oder Eisflächen erhöhen das Unfallrisiko. Fahren Sie langsamer, wenn die Sicht eingeschränkt ist, und brechen Sie ab, wenn Ihnen das Erkennen von Konturen schwerfällt. Wenn andere Fahrerinnen und Fahrer schwerer zu erkennen sind, sollten Sie größeren Abstand halten.
- Weitere Maßnahmen:
- Aufwärmen: Fahren Sie nicht aus dem Kalten heraus.
- Kein Alkohol: Zwischen 15 und 18 Uhr passieren überdurchschnittlich viele Unfälle, also dann, wenn viele nach einem Besuch in der Hütte wieder starten.
- Nicht bis zur Erschöpfung fahren: Das Unfallrisiko steigt, wenn die Beine müde werden.
Die 10 FIS-Regeln: Verbindliche Basis für sicheres Skifahren
Die FIS (Fédération Internationale de Ski) ist der internationale Dachverband des Skisports. Die von ihr festgelegten Pistenregeln gelten weltweit und helfen Ihnen, Unfälle zu vermeiden.
- Rücksicht nehmen: Gefährden und schädigen Sie keine anderen Personen.
- Kontrolliert fahren: Passen Sie Geschwindigkeit und Fahrweise Ihrem Können, der Piste und der Sicht an.
- Richtige Wahl der Fahrspur: Die von hinten kommende Person trägt die Verantwortung.
- Überholen mit Abstand: Überholen dürfen Sie von oben, unten, rechts oder links – aber immer mit genügend Abstand.
- Einfahren und Anfahren: Beim Starten oder Anfahren in die Piste müssen Sie nach oben und unten schauen.
- Anhalten vermeiden: Bleiben Sie nicht an engen oder unübersichtlichen Stellen stehen.
- Nur am Rand zu Fuß: Gehen Sie nie zu Fuß mitten durch die Abfahrt, nur an der Seite.
- Markierungen beachten: Beachten Sie Pistenmarkierungen und Warnhinweise.
- Bei Unfällen helfen: Sie sind rechtlich dazu verpflichtet, anderen in der Not zu helfen.
- Ausweisdokumente immer mit sich führen: Als an einem Unfall beteiligte Person oder Zeugin bzw. Zeuge müssen Sie sich ausweisen können.
Achtsam am Berg: Wer Verantwortung übernimmt, schützt sich und andere.Fazit: Skiunfällen vorbeugen und abgesichert sein
Skiunfälle passieren häufig: wichtig ist, wie Sie damit umgehen. Reduzieren Sie das Risiko, indem Sie sich passend ausrüsten, defensiv und aufmerksam fahren, auf Warnsignale hören und rechtzeitig Pausen machen.
Orientierung bieten Ihnen die zehn international gültigen FIS-Regeln. Gleichzeitig sollten Sie auf Ernstfälle vorbereitet sein:
Merken Sie sich, wie Sie eine Unfallstelle sichern, einen Notruf nach der 5 W-Regel absetzen und alpine Notsignale geben.
Sichern Sie sich unbedingt ab: Wenn Sie Opfer eines Skiunfalls werden, übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung lediglich die Akutversorgung. Andere Belastungen wie Bergungskosten, Invalidität oder Folgekosten werden von ihr nicht abgedeckt.
Damit wird eine private Unfallversicherung zu Ihrem wichtigsten Schutzschild. Sie sichert Sie umfassend, auch bei langfristigen Beeinträchtigungen und Einkommensausfällen.
Ob beim nächsten Skiurlaub oder bei allen Freizeitaktivitäten: Sichern Sie sich und Ihre Familie optimal ab.
FAQ: Häufige Fragen zum richtigen Verhalten bei einem Skiunfall
Beim Skifahren sind zwei Versicherungen besonders wichtig:
- Private Unfallversicherung: Diese sollten Sie unbedingt haben, da die gesetzliche Unfallversicherung in Österreich nur bei Arbeits- und Wegunfällen greift. Freizeitunfälle wie Skiunfälle sind davon nicht abgedeckt.
- Privathaftpflichtversicherung: Gerade beim Skifahren ist eine Privathaftpflicht enorm wichtig. Sie übernimmt berechtigte Schadenersatzansprüche, wenn Sie einen anderen Skifahrer verletzen oder fremdes Eigentum beschädigen, und wehrt unberechtigte Forderungen gegen Sie ab.
Bei einem Skiunfall haftet grundsätzlich jene Person, die den Unfall verursacht hat. Maßgeblich ist hierfür ein Verstoß gegen die FIS-Pistenregeln.
Wird ein Verstoß nachgewiesen, muss die verantwortliche Person für den Schaden aufkommen.
Ihre medizinische Akutversorgung übernimmt in Österreich in der Regel die gesetzliche Krankenversicherung.
Bergungskosten, Hubschraubereinsätze oder Folgekosten werden damit jedoch nicht automatisch bezahlt. Diese Ausgaben deckt im Regelfall nur eine private Unfallversicherung mit entsprechenden Versicherungsbausteinen.
Beim Skiunfall greift Ihre private Unfallversicherung. Je nach Tarif kommt sie für diverse Leistungen auf (Reha-Kosten, Unfallgeld bei Arbeitsunfähigkeit oder Zahlungen bei dauerhafter Invalidität).
Die gesetzliche Unfallversicherung leistet beim Skifahren nicht, da es sich um eine Freizeitaktivität handelt.
Die Kosten für eine Hubschrauberbergung tragen Sie grundsätzlich selbst, da sie nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.
Eine private Unfallversicherung wie bei Zurich deckt diese Kosten bis zu 10.000 Euro weltweit ab und schützt vor hohen Belastungen.
In unseren Blog-Artikeln erwähnen wir mitunter Produkte, Dienstleistungen oder Leistungsmerkmale, die nicht notwendigerweise von Zurich angeboten werden. Unser Ziel ist es, Themen ganzheitlich zu behandeln und unsere Leserinnen und Leser umfassend sowie neutral zu informieren. Details zu den von Zurich angebotenen Produkten, Dienstleistungen oder Leistungsmerkmalen finden Sie auf den entsprechenden verlinkten Produktseiten. Des weiteren stehen Ihnen gerne unsere Kundendienstmitarbeiterinnen und -mitarbeiter für detaillierte Auskünfte zur Verfügung.


