Zurich Versicherung Österreich

Trampolin, Schaukel, Rutsche und Co.

Juni 2016
Das Spielen im Freien birgt viele Gefahren. Jährlich müssen rund 9.000 Kinder bis 14 Jahre nach Unfällen an Spielplatzgeräten ins Krankenhaus. Besonders gefährlich ist das Hüpfen auf Trampolinen: 4.200 Kinder müssen deshalb in Österreich jährlich im Krankenhaus behandelt werden.

Bewegung ist gesund!

Im Sommer verbringen Eltern mit ihren Sprösslingen gerne Zeit auf dem Spielplatz oder im Garten. Beim Turnen auf Spielplatzgeräten wie Trampolinen, Schaukeln, Rutschen und Co. kann der Nachwuchs seinen Bewegungsdrang ausleben und sich so richtig austoben. Gleichzeitig trainieren Kinder ihre Motorik und üben soziales Verhalten. Bewegung ist grundsätzlich auch die beste Unfallprävention, jedoch sollte man gewisse Sicherheitstipps beachten.

Um Unfälle zu vermeiden, hat der Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE Präventionstipps für Eltern und Erziehungsberechtige zusammengestellt. Die fünf wichtigsten Tipps sind:

Sicherheits-Check: Kleine Tipps mit großer Wirkung

  • Beim Aufstellen der Spielgeräte immer die Sicherheitshinweise des Herstellers beachten
  • Spielgeräte regelmäßig einer Sichtkontrolle unterziehen, besonders sorgfältig nach der Winterpause da die Witterung vielleicht einen Schaden angerichtet hat
  • Kleine Kinder beim Spielen immer beaufsichtigen
  • Auf gute Schuhe und die richtige Kleidung der Kinder achten (Kleidung ohne Schnüre und Kordeln tragen, Helm abnehmen – Strangulationsgefahr)
  • Trampolin nur mit Netz verwenden und darauf achten, dass der "Ausgang" immer sorgfältig verschlossen wird

Schaukeln ist gefährlicher als rutschen oder klettern

Jährlich erleiden 4.700 Kinder beim Spielen auf klassischen Spielplatzgeräten einen Unfall, der einen Besuch im Krankenhaus notwendig macht. Jeder dritte Spielplatzunfall passiert auf der Schaukel (32 Prozent), gefolgt vom Klettergerüst (27 Prozent) und der Rutsche (22 Prozent). Relativ ungefährlich sind Wippen, Karusselle und Sandkisten mit einem Anteil von insgesamt nur 9 Prozent bei den Unfallursachen.

Jedes zehnte verletzte Kind, das ins Krankenhaus kommt, muss stationär behandelt werden, wobei Buben mit 55 Prozent den größeren Anteil ausmachen. Geschlechterunterschiede zeigt die Statistik auch bei den einzelnen Spielplatzgeräten: Während sich Jungen und Mädchen beim Schaukeln und am Klettergerüst gleich häufig verletzen, erleiden Buben beim Rutschen mit 63 Prozent deutlich häufiger Unfälle, die im Spital behandelt werden müssen.

„Besonders gefährdet bei den klassischen Spielplatzgeräten sind Kinder bis fünf Jahre: 47 Prozent aller Spielplatzunfälle betreffen diese Altersklasse, während die 6 – 9-Jährigen mit 36 Prozent und die 10 – 14-Jährigen mit 17 Prozent vertreten sind. Bei kleinen Kindern sind Eltern und Erziehungsberechtigte besonders gefordert, achtsam zu sein und ihre Schützlinge nicht unbeobachtet zu lassen. Außerdem sollte man die Grenzen ihrer motorischen Entwicklung unbedingt respektieren und sie nicht z.B. hoch auf ein Klettergerüst hinaufheben“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie in Graz.

Trampoline: Vier von zehn Verletzungen durch „Bruchlandungen“

Sie sind besonders beliebt und in vielen Gärten zu finden: Trampoline begeistern Kinder aller Altersklassen. Während sie ein sehr gutes Trainingsgerät für die Koordination und Feinmotorik darstellen, lauert in ihnen gleichzeitig großes Gefahrenpotenzial. Jährlich werden 4.200 Trampolin-Kinderunfälle, viele davon mit schweren Verletzungen, in Österreichs Spitälern registriert.

Betroffen sind zur Hälfte die unteren Extremitäten, so kommt es vor allem zu Bänderverletzungen des Knies oder Sprunggelenks. Rund ein Drittel aller Verletzungen betrifft Arme und Hände und bringt Frakturen des Ellenbogens oder des Unterarms mit sich. Diese müssen größtenteils operiert werden. Die häufigsten Unfallursachen am Trampolin sind missglückte Landungen (42 Prozent), Kollisionen mit anderen Kindern (11 Prozent), Unfälle durch den Federeffekt anderer Kinder (9 Prozent), missglückte Salto-Versuche (7 Prozent) sowie Stürze aus dem Trampolin aufgrund eines fehlenden oder nicht verschlossenen Sicherheitsnetzes (5 Prozent).