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Dass man nicht in geschlossenen Räumen grillen darf (Erstickungsgefahr aufgrund hoher Kohlenmonoxid-Konzentration) und dass man unbedingt vermeiden sollte, dass Fett in die heiße Glut tropft (Entstehung von krebserregenden Substanzen) sowie dass man den Umgang mit Spiritus und Benzin am besten bleiben lässt, ist allgemein bekannt.

Wussten Sie auch, wie heiß Ihr Grill wird?

Die aus dem Grill lodernden Flammen kommen auf bis zu 800 Grad Celsius, die Glut und der Rost haben um die 500 Grad und das Gehäuse eines Metallgrills kommt noch locker auf 400 Grad.

Grillunfälle pro Tag?

In den Sommermonaten trifft es täglich durchschnittlich fünf ÖsterreicherInnen, die Hälfte davon Kinder, die aufgrund von schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden, weil sie beim Grillen nicht aufgepasst haben. Damit Sie Ihre Grillsaison unbeschwert genießen und statt der gemütlichen Grillparty nicht das Krankenhaus auf dem Programm steht, haben wir Wissenswertes und wichtige Tipps zusammengefasst:

Standfestigkeit ist nicht nur beim Bierkonsum gefragt

Den Grill unbedingt im Freien auf einem ebenen und feuerfesten Untergrund aufstellen. Wichtig ist auch der ausreichende Sicherheitsabstand (auch nach oben!) zu brennbaren Gegenständen (Holzpergola, Gartenmöbel, Sonnensegel, trockenes Laub, Carport…). Bei Grillplätzen in Waldnähe stets darauf achten, dass die Glut nicht vom Wind verweht wird. Gerade im Hochsommer besteht hier akute Waldbrandgefahr. Plötzliche Windböen können einen wackeligen Grill leicht umwerfen und durch die heiße Grillkohle den Terrassenboden aus Holz in Brand setzen.

Verwenden Sie Holzkohle?

Diese nur mit geeigneten, ungefährlichen und sicherheitsgeprüften Zündhilfen wie Grillanzündern, Trockenspiritus oder Pasten in Brand setzen. Niemals Brennspiritus oder Benzin nehmen! Denn diese Flüssigkeiten verdunsten bereits bei Umgebungstemperatur. Dadurch entsteht beim Anzünden eine höchst entzündliche Dampfwolke, die blitzartig durchzünden und dann zu schwersten Verbrennungen führen kann. Tropft Fett in die Grillkohle, so kann sich diese auch entzünden. Zudem entstehen krebserregende Benzopyrene.

Behalten Sie den Grill immer im Auge und halten Sie immer eine Löschdecke, einen Eimer Sand oder einen Pulverlöscher bereit. Löschen Sie ihn nicht mit einem Eimer Wasser. Der hierbei entstehende Wasserdampf kann zu Verbrühungen führen. Kinder und auch Haustiere niemals unbeaufsichtigt in der Nähe eines Grillers lassen. Sie fühlen sich vom Feuer magisch angezogen und so können böse Unfälle entstehen.

Nach dem Grillen

Restglut und Asche erst nach völligem Erkalten in einem Blecheimer entsorgen. Notfalls bestehende Glutreste ablöschen oder wenn möglich vergraben. So manche Mülltonne, so mancher Plastikeimer und sogar Komposthaufen sind schon in Flammen aufgegangen, weil dies nicht beachtet wurde. Niemals zum Abkühlen den heißen Rost oder heiße Grillkohle auf den Boden legen/schütten. Kinder laufen im Sommer oft barfuß herum und könnten versehentlich draufsteigen.

Sie grillen mit Gas?

Hier sollte beachtet werden, dass alle Anschlüsse dicht sind und der Verbindungsschlauch zum Grill nicht der Hitze ausgesetzt ist. Auch sollte nie in einem Raum gegrillt werden, der keine Zu- oder Abluftmöglichkeiten hat. Hier besteht Vergiftungs- oder gar Erstickungsgefahr.

Wenn ein Brandunfall passiert

Bei Brandverletzungen umgehend Erste Hilfe leisten. Leichte Verbrennungen ersten Grades sind mit einem Sonnenbrand vergleichbar. Die betroffene Stelle sofort längere Zeit mit fließendem Wasser kühlen, auch spezielle Salben können verwendet werden. Bei Verbrennungen zweiten und dritten Grades muss die Rettung verständigt werden. Wichtig ist, die Kleidung bei Verbrennungen am Körper zu lassen, weil sie höchstwahrscheinlich „miteingebrannt“ ist. Außerdem sollte die verletzte Person warmgehalten werden –eine großflächige Schädigung der Haut stört nämlich die Temperatur-Regulation des Körpers. Hausmittel wie Puder, Öle und Desinfektionsmittel bitte unbedingt vermeiden.

Tipps um Ärger abzuwenden

Den wertvollen Markengrill über Nacht besser versperren, denn im Gegensatz zu gemauerten Grillern ist ein portabler Grill nicht in der Haushaltsversicherung mitversichert.

Wenn Sie mit den „Grillkünsten“ Ihres Nachbarn nicht einverstanden sind, dann ist der zeitige Abschluss einer Rechtsschutzversicherung ratsam.

Da Grillen ein Freizeitvergnügen ist, kommt die gesetzliche Unfallversicherung nicht für die finanziellen Folgen (krankheitsbedingte Ausfälle, Berufsunfähigkeit, Behinderung ...) eines Unfalls auf. Eine private Unfallversicherung schützt hingegen.

Wenn Ihre Gäste zu Schaden kommen oder andere Sachschäden entstehen, schützt Sie eine private Haftpflichtversicherung vor finanziellen Überraschungen.

Das Gute kommt zum Schluss:

Nach all den Gefahren, die das Grillen mit sich bringen kann, wollen wir mit etwas Positivem abschließen. Ein einfaches aber sehr gutes Rezept, das jedes ordinäre Baguette schlägt:

Selbstgemachtes Fladenbrot für den Grill

Zutaten

  • 500 g Mehl
  • Olivenöl
  • 10 g Salz
  • 1 Pckg Backpulver
  • Mind. 300 g Naturjoghurt

Zubereitung

  1. Mehl mit Backpulver und Salz in einer Schüssel vermischen
  2. Mit einem Löffel das Joghurt einrühren
  3. Wenn der Teig zu fest ist, mehr als 300 g Joghurt verwenden.
  4. Einen Schuss Olivenöl zugeben
  5. Alle Zutaten gut vermischen und Teig anschließend so lange kneten, bis er geschmeidig wird. Das kann bis zu 10 Minuten dauern.
  6. Auf der bemehlten Arbeitsfläche mehrere kleinere Fladen formen
    (ca. 1 cm hoch, Umfang nach Belieben :) )
  7. Ab auf den Grill. Am besten am Rand, wo es nicht so heiß ist, damit die Fladen nicht verbrennen. Wenn eine Seite schön Farbe angenommen hat: Wenden und von der zweiten Seite fertig backen
  8. Genießen