Zurich Versicherung Österreich
Die Grillsaison ist in vollem Gange. Doch nicht immer endet das Grillvergnügen unfallfrei: Durch Unachtsamkeiten, ungeeignete Ausrüstung und einen leichtfertigen Umgang mit offenem Feuer kommt es jährlich zu rund 1.000 schweren Grillunfällen in Österreich.

Voraussetzungen für unfallfreies Grillen

Damit Sie bei Ihrer Grillfeier keine böse Überraschung erleben, haben wir eine kleine Checkliste für Sie zusammengestellt:

  • Kaufen Sie nur Grillgeräte, die der DIN 66077 entsprechen oder das GS-GEPRÜFT-Siegel bzw. die Kennzeichnung TÜV AUSTRIA GEBRAUCHWERT-GEPRÜFT tragen. Denn dann sind sie kippsicher, frei von scharfen Kanten und der Griff des Grillspießes wird nicht zu heiß. Auch die Kohle sollte DIN-geprüft sein und die Nummer 51749 tragen. Dann ist es hochwertige Ware.

  • Achten Sie darauf, dass der Grill richtig zusammengebaut ist, sicher im Windschatten auf einem nicht brennbaren Untergrund steht und ausreichend Abstand (ca. 5 Meter) zu brennbarem Material wie Hecken, Bäumen oder Sonnenschirmen hat.

  • Benutzen Sie Holzkohle- oder Gasgrills nicht in geschlossenen Räumen. Dafür gibt es ungefährliche Elektrogrills.

  • Verbrennen Sie auf keinen Fall Kiefernzapfen oder Presspappe, sondern Holzkohle oder Holzkohlebriketts. Sie setzen krebserregende Stoffe frei, die ins Grillgut einziehen. Legen Sie während des Grillens keine Kohle nach.

  • Verwenden Sie nur spezielle und geprüfte Grillanzünder (DIN 66358). Diese verpuffen und explodieren nicht und hinterlassen keine Geschmacksspuren. Brennspiritus oder Benzin sind nicht nur gefährlich, sondern auch gesundheitsschädlich. Verwenden Sie Brandbeschleuniger auf keinen Fall auf bereits erhitzter Kohle!

    Tipp: In gut sortierten Baumärkten können Sie einen elektrischen Grillanzünder erwerben, der das Anzünden zum Kinderspiel macht. Diese Heizspirale wird einfach unter die Grillkohle geschoben, nach 10 Minuten glühen die Kohlen, man entfernt den Anzünder und kann zu grillen beginnen. So gibt es kein Hantieren mit Grillanzündern, Brennpaste und offenem Feuer.

  • Beachten Sie auch, dass sich herabtropfendes Fett in der Glut entzünden und hohe Flammen schlagen kann. Verwenden Sie deshalb spezielle Alu-Grillschalen.

  • Um Verbrennungen zu vermeiden, sollten Sie eine Grillschürze sowie Handschuhe tragen und eine Grillzange mit hitzeisolierten Griffen verwenden. Tragen Sie keine wehende Kleidung, da diese durch fliegende Funken entflammt werden könnte.

  • Lassen Sie den Grill nicht unbeaufsichtigt. Vor allem Kinder aber auch Tiere werden oft magisch vom Feuer angezogen. Stellen Sie außerdem immer einen Eimer Wasser oder Sand bzw. einen Feuerlöscher in die Nähe.

  • Achten Sie bei starkem Wind außerdem immer auf Funkenflug. Auch dieser kann einen Brand auslösen.

  • Versuchen Sie nicht, den Grill in heißem Zustand an einen anderen Ort zu transportieren, es besteht Verletzungsgefahr!

  • Entsorgen Sie die restliche Asche oder Grillkohle erst dann, wenn sie vollständig erloschen ist. Werfen Sie sie nicht in Pappkartons oder Plastikmülleimer, sondern in einen Blecheimer. Löschen Sie die Glut im Zweifelsfall mit Wasser vollständig ab.

  • Sichern Sie sich mit einer privaten Unfallversicherung und einer Haftpflichtversicherung ab. Da Grillen ein Freizeitvergnügen ist, kommt die gesetzliche Unfallversicherung nicht für die finanziellen Folgen des Unfalls auf. Wenn Ihre Gäste zu Schaden kommen oder andere Sachschäden entstehen, schützt Sie eine private Haftpflichtversicherung vor finanziellen Überraschungen.



Erste Hilfe für den Ernstfall

  • Kühlen Sie leichte bis mittelschwere Verbrennungen mindestens 15 Minuten mit kaltem Wasser. Lassen Sie die Fingern von kalten Eisbeuteln, da starke Kälte zusätzliche Gewebeschäden hervorrufen kann.

  • Rufen Sie bei schweren Verbrennungen den Notarzt. Tabu sind Hausmittelchen wie Butter, Mehl oder Topfen. Lebensmittel wie diese enthalten oft Keime, die zu Infektionen führen können. Decken sie die Brandwunden lieber mit einem sterilen Tuch aus dem Verbandskasten ab.

  • Wenn Kleidung Feuer gefangen hat, ersticken Sie die Flammen mit einer Decke (keine Kunstfaser).