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Jeder 17. wird am Arbeitsplatz gemobbt!*

November 2017
Man kann es mit Psychoterror umschreiben – wiederholtes Schikanieren, systematisches Anfeinden, regelmäßiges Heruntermachen, ständiges Kritisieren oder Ausgrenzen.

Wie wirkt sich Mobbing in der Praxis aus?

Es gibt vielfältige Erscheinungsformen, angefangen von körperlicher Gewalt über Drohungen und Demütigungen bis hin zu sehr subtilen Methoden. So werden Gemobbten beispielsweise wichtige Informationen vorenthalten, ihnen werden die langweiligsten Aufgaben übertragen, die Gespräche verstummen, wenn sie den Raum betreten, oder man „vergisst“ sie am Schreibtisch, wenn alle gemeinsam in die Kantine gehen.

Wer mobbt eigentlich wen?

In der Mehrzahl der Fälle verbündet sich eine Gruppe gegen eine Einzelperson. Oft sind Täter und Opfer gleichgestellte Kolleginnen oder Kollegen. Es ist auch möglich, dass Vorgesetzte und Kollegen gemeinsam mobben. Geht die Initiative vom Chef oder der Chefin aus, bezeichnet man dies meist als „Bossing“. Selten aber doch kommt auch die umgekehrte Variante vor: Ein Vorgesetzter wird von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemobbt.

Warum wird gemobbt?

Ein Ziel kann sein, die betroffene Person „loszuwerden“. Man möchte sie dazu bringen, selbst zu kündigen. Eine andere Annahme ist, dass ein Mobber einfach nur einen Sündenbock sucht bzw. einen Prügelknaben braucht, an dem er seinen Frust auslassen kann.

Wer sind die Gemobbten?

Mobbing kann jeden treffen – jede(r) Vierte wird Schätzungen zufolge einmal im Verlauf des Arbeitslebens Ziel von Mobbing-Attacken. Engagierte und leistungsorientierte Mitarbeitende können ebenso Opfer werden wie introvertierte, schüchterne oder konfliktscheue Personen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Gibt es spezielle Auslöser?

Meist spielen mehrere Faktoren zusammen, wenn es zu Mobbing kommt: die Persönlichkeiten der potentiellen Täter und Opfer sowie die Situation. Manche Gegebenheiten begünstigen Mobbing, z. B. wenn die Arbeitsplätze im Unternehmen wackeln, Zuständigkeiten und Verantwortungen nicht klar geregelt sind, Umorganisationen ins Haus stehen, hoher Arbeitsdruck herrscht, mehrere Personen dieselbe Führungsposition anstreben oder jemand neu in ein eingeschweißtes Team kommt.

Welche Folgen hat Mobbing?

Die Betroffenen fangen an, an den eigenen Fähigkeiten zu zweifeln, sie sind demotiviert (Stichwort: innere Kündigung) und ziehen sich zurück. Die hohen seelischen Belastungen können zu psychosomatischen Erkrankungen führen. Magen- und Darmprobleme, Kopfschmerzen, erhöhter Blutdruck etc. sind die ersten körperlichen Reaktionen. Da auch das Privatleben von den Problemen am Arbeitsplatz überschattet ist, sind Schlafstörungen und Depressionen häufige Folgen. In extremen Fällen kann es zu Medikamentenabhängigkeit, Suchterkrankungen und sogar Selbstmord kommen, denn gemobbte Menschen empfinden Ausweglosigkeit und Ohnmacht.

Wie kann ich mich gegen Mobbing wehren?

Je früher Sie dem Täter Grenzen setzen und sich wehren, desto größer ist die Aussicht auf Erfolg. Täter suchen sich intuitiv Opfer, bei denen sie leichtes Spiel vermuten. Werden Sie aktiv – sprechen Sie Konflikte an. Wenn Sie sich unterlegen fühlen, suchen Sie Verbündete – Personen, von denen Sie geschätzt werden und die Ihnen wohlgesinnt sind. Das kann der Vorgesetzte sein (sofern er nicht selbst am Mobbing beteiligt ist), ein Kollege, eine Kollegin oder ein Mitglied des Betriebsrats. Informieren Sie sich im Internet oder persönlich in Mobbing-Beratungsstellen, die von verschiedenen Organisationen angeboten werden.

Und wenn die Situation verfahren scheint?

Kündigen Sie nicht unüberlegt. Vielleicht hilft es schon, mit einem Kollegen oder einer Kollegin das Zimmer zu tauschen oder die Abteilung innerhalb des Unternehmens zu wechseln. Positionieren Sie sich klar und verfolgen Sie Ihre Ziele. Seien Sie freundlich, damit sich die Emotionen nicht aufschaukeln und das üble Spiel "angeheizt" wird. Wichtig ist die persönliche Stabilisierung. Genügend private Auszeiten, psychologische Beratung sowie Austausch in der Familie und im Freundeskreis helfen seelische Stabilität zu gewinnen. Es hilft auch ein Mobbing-Tagebuch zu führen und alle Vorfälle schriftlich festzuhalten, sowie einen Vertrauten im Unternehmen mit einzubeziehen.

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* Quelle: gesund.at



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