Wie unterscheiden sich Übersetzer und Dolmetscher?

Oktober 2018
Übersetzer übertragen schriftliche Texte von einer Sprache in eine andere, Dolmetscher arbeiten mit dem gesprochenen Wort. Der Überbegriff für beide ist „Sprachmittler“.

Ausgangssprache -> Zielsprache

Idealerweise übersetzt/dolmetscht man von der Fremdsprache in die Muttersprache. Dazu muss man allerdings nicht nur die Fremdsprache sehr gut beherrschen, sondern auch viel über Kultur und Geschichte wissen und über aktuelle Ereignisse informiert sein. Um z. B. eine Anspielung auf eine beliebte Fernsehserie, einen Kinderreim, einen Werbespot oder einen neuen Roman zu verstehen, ist es erforderlich, sich ständig intensiv mit den Ländern zu beschäftigen, in denen diese Sprache gesprochen wird bzw. einige Zeit dort gelebt zu haben.

Was sollte man mitbringen, wenn man Sprachmittler werden möchte?

Neben sprachlicher Begabung und Interesse für andere Kulturen ist vor allem die Bereitschaft wichtig, sich rasch in unbekannte Themen einzuarbeiten. Auch geübte Simultandolmetscher müssen sich z. B. vor einer Tagung in die Materie einlesen und sich mit dem Fachwortschatz vertraut machen.

LEO, Linguee, Google Translate – braucht man überhaupt noch Sprachmittler?

Noch vor gut 30 Jahren wurde die Vorstellung, Übersetzungen von Maschinen anfertigen zu lassen, belächelt. Sprache wäre zu komplex und ließe sich nicht auf ein paar Grammatikregeln reduzieren, hieß es damals. Seit Computer immer leistungsfähiger werden und immer stärker künstliche Intelligenz eingesetzt wird, nimmt der Fortschritt rasant zu. Die Ergebnisse werden immer besser.

Durch die Globalisierung müssen immer mehr Texte in immer mehr Sprachen übersetzt werden – denken Sie nur daran, wie viele Sprachen in der Europäischen Union gesprochen werden und welchen Aufwand es bedeutet, Gesetze und wichtige Dokumente in die einzelnen Landessprachen zu übertragen.

Maschinelle Übersetzungen sind am Vormarsch

Detail am Rande: Maschinelle Übersetzung hilft auch, Sprachbarrieren während des österreichischen EU-Ratsvorsitzes zu überwinden. Auch wenn Maschinenübersetzungen heute noch nicht das Niveau einer professionellen Übersetzung erreichen, kann man meist das Wesentliche erfassen – und das reicht in vielen Fällen aus. Jedenfalls ist das Interesse an Maschinenübersetzungen (auch aus militärischen Gründen) gewaltig und es wird in vielen Ländern zu diesem Thema geforscht.

Heiteres zum Abschluss

Mehr oder weniger lustige Übersetzungsfehler füllen ganze Bücher und wahrscheinlich haben Sie sich auch schon einmal köstlich amüsiert, als Ihnen am Urlaubsort ein Wirt stolz seine selbst ins Deutsche übersetzte Speisekarte vorgelegt hat. Mir gefällt die Anekdote von einem Reiseleiter, der mit einer Gruppe in Island unterwegs war.

Aus Kostengründen wurde selbst gekocht, doch es fehlte ein Schöpfer für die Suppe. So wurde im Wörterbuch das isländische Wort für „Schöpfer“ gesucht und im nächsten Haushaltswarengeschäft danach gefragt. Man sagte das Wort, man zeigte im Wörterbuch darauf – doch überall ratlose Gesichter. Später stellte sich heraus, dass im Wörterbuch als Übersetzung für „Schöpfer“ das isländische Wort für „Gott“ angegeben war …

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