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Die meisten von uns hinterlassen im Laufe des Lebens unzählige „digitale Fußabdrücke“. Dazu gehören Accounts bei Amazon, Ebay, Facebook oder Ähnliches. Aber auch E-Mails, Passwörter und Finanzinformationen. Was passiert jedoch mit diesen Daten, wenn jemand verstirbt? Grundsätzlich geht auch der digitale Nachlass mit dem Tod eines Menschen auf dessen Erben über. Diese Regelung besitzt jedoch keine Allgemeingültigkeit und umfasst lediglich das „digitale Vermögen“ des Verstorbenen. Private E-Mails, Zugangs- und andere persönliche Daten sind nicht vererblich. Dies hängt damit zusammen, dass jeder Mensch einen Anspruch auf Schutz seiner Persönlichkeit – auch über den Tod hinaus - hat.

Doch was passiert nach dem eigenen Tod mit den Daten, die man zu Lebzeiten im Netz preisgegeben hat? Wir haben uns bei einem der beliebtesten Social Networks schlau gemacht:

Bei Facebook existiert bereits eine kommunizierte Regelung für Todesfälle. Diese findet man in den Datenverwendungsrichtlinien oder in der Facebook-Hilfe unter: „Wie melde ich einen verstorbenen Nutzer oder ein Konto, das in den Gedenkzustand versetzt wurde, ab?“ Wie vorhin bereits erwähnt, erhalten die Erben des verstorbenen Nutzers keine Zugangsdaten, da dies eine Privatsphärenverletzung des Verstorbenen darstellen würde. Es gibt zwei Optionen, was genau mit dem Profil des betroffenen Nutzers geschehen soll:

Gedenkstatus (Memorialize):

Freunde oder Verwandte des Verstorbenen können via Formular die Versetzung des Kontos in den Gedenkzustand beantragen. Dies hat zur Folge, dass nur mehr bestätigte „Freunde“ das Profil einsehen und Gedenkbeiträge hinterlassen können.

Profil löschen:

Über einen „besonderen Antrag“ können direkte Familienangehörige des Verstorbenen eine Entfernung des Kontos beantragen. Dazu notwendig sind Geburts- und Sterbeurkunde sowie ein Nachweis darüber, dass der Antragsteller der rechtmäßige Vertreter des Verstorbenen ist.

Wird ein Todesfall nicht gemeldet, bleiben die Daten sowie der Account des Verstorbenen weiterhin unverändert bestehen.

Es besteht ebenfalls die Möglichkeit - zu Lebzeiten - so genannte Vererbungsdienste (z.B. Ziggur in Europa) mit der Vollstreckung des digitalen Willens zu beauftragen.