Zurich Versicherung Österreich
Man findet seinen Schlüssel nicht. Der Name des Schauspielers, den man gerade im TV sieht, fällt einem nicht ein. Und was war noch mal der letzte Punkt auf der Einkaufsliste? Solche und ähnliche Situationen kennen alle von uns. Aber wann ist etwas vergessen noch „normal“ und ab wann muss man sich Sorgen machen?

Der Wahrheit ins Auge sehen

Meist merken es die Betroffenen zuerst, dann fällt es Freunden und Familie auf und auch ArbeitskollegInnen bemerken immer häufiger die offenbaren Defizite im Kurzzeitgedächtnis. Zwischen Bemerken und Eingestehen liegen jedoch oft Welten.

Bereits zu diesem Zeitpunkt können Angehörige durch geschickte Fragetechniken feststellen, ob Verdachtsmomente bestehen. Einfach nach Geburtstagen oder kürzlich gemeinsam erlebten Ereignissen fragen. Kann die betroffene Person das Datum korrekt wiedergeben? Erinnert sie sich an Details des gemeinsamen Ausfluges? Weiß sie was letzte Woche besprochen wurde? Je öfter hier Defizite auftauchen, desto dringender sollte man einen Arzt aufsuchen. Die persönliche Befragung liefert zwar erste gute Hinweise, ersetzt aber keinesfalls die professionelle ärztliche Diagnose.

Symptome ernst nehmen

Neben der Vergesslichkeit als möglichen Hinweis auf eine Erkrankung gibt es weitere Frühsymptome,* die bei gehäuftem Auftreten unbedingt ärztlich abgeklärt werden sollten:

  • Probleme lösen und planen fällt schwer: Aktivitäten planen, sich auf Aufgaben zu konzentrieren, das Lösen von Problemen fällt zunehmend schwerer. Selbst das Einbezahlen von Rechnungen kann plötzlich zur Hürde werden.
  • Alltagstätigkeiten verwirren: Mehr als bloße Zerstreutheit liegt vor, wenn der Betroffene regelmäßig vergisst, was er gerade tun wollte, oder wie Altbekanntes funktioniert. Beispiel: Termine werden vergessen; Fragen oder Aussagen werden ständig wiederholt; man vergisst, wie man technische Geräte bedient. Was gestern geschehen ist, ist heute oft nicht mehr präsent, selbst Personen, mit denen man sich eben noch unterhalten hat, kennt man plötzlich nicht mehr. Nicht jede Vergesslichkeit muss jedoch gleich auf eine Erkrankung hinweisen. Wichtig: Gelegentliches Vergessen ist normal und passiert jedem von uns. Kritisch ist es, wenn es ständig passiert und immer ärgere Ausmaße annimmt.
  • Gegenstände werden verlegt: Typisches erstes Anzeichen einer Erkrankung ist auch das ständige Verlegen alltäglicher Dinge. Haustürschlüssel werden verlegt, gesucht, nicht gefunden; irgendwann findet sich etwa die Brille im Kühlschrank wieder, das Handy in der Waschmaschine, die Zahnbürste in der Garderobe. Davon zu unterscheiden ist jedoch das harmlose und völlig normale gelegentliche (!) Verlegen der persönlichen Utensilien.
  • Orientierungslosigkeit nimmt zu: Örtliche und zeitliche Orientierungslosigkeit tritt auf. So kann es geschehen, dass sich Betroffene selbst in vertrauter Umgebung plötzlich nicht mehr zurechtfinden oder die Tageszeiten verwechseln. Sie wissen nicht mehr, wo sie sich befinden, und ob es z.B. Mittag oder Abend ist. Man vergisst, welcher Tag, welches Monat oder Jahr momentan ist.
  • Die Fähigkeit zu abstraktem Denken leidet: Oft weiß man nicht mehr, welche Bedeutung Geld als Zahlungsmittel hat, Entfernungen werden falsch eingeschätzt, man weiß mit Zahlen und Nummern oft nichts mehr anzufangen.
  • Sprachvermögen reduziert sich: Das Benennen von alltäglichen Dingen fällt zunehmend schwer. Betroffene finden die richtigen Worte nicht mehr, versuchen sich aushilfsweise mit ähnlichen Begriffen auszudrücken oder können bloß noch auf den Gegenstand zeigen, den sie meinen.
  • Sozialer Rückzug: Man beginnt sich zurückzuziehen, vermeidet gesellschaftliche Anlässe, vernachlässigt Freunde und Familie. „Dies vor allem, weil Betroffene ihre Defizite erkennen und befürchten, dass die Umgebung diese wahrnimmt“, so der Neurologe. Auch die eigenen Hobbys werden weniger beachtet.

Derzeit ist Alzheimer leider nicht heilbar. Jedoch gehen Spezialisten davon aus, dass es in zehn bis 15 Jahren so weit sein wird. In der Zwischenzeit hilft die Früherkennung. Denn durch z.B. körperliche Aktivitäten, Gedächtnistraining und Medikamente lässt sich die Erkrankung – solange sie sich noch im Frühstadium befindet – zumindest verlangsamen und die Lebensqualität der betroffenen Person erhöhen.

(Selbst-)Tests zur ersten Orientierung

Es gibt einige Möglichkeiten, um zu testen, ob eine Alzheimertendenz besteht. Untenstehend finden Sie drei weiterführende Links dazu, wobei eine zuverlässige Diagnose nur vom Arzt erstellt werden kann.

Alzheimer Selbsttest I: Der Test dient dazu, die Leistungen des Gehirns besser einschätzen zu können und sollte nach 3 Monaten wiederholt werden, um einen Vergleichswert zu haben.

Alzheimer Selbsttest II: Der Test prüft das Gedächtnis und gibt Hinweise, ob behandlungsbedürftige Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen bestehen.

Der Uhren-Test: Der Uhren-Test liefert erste Hinweise auf eine mögliche Erkrankung und deren Verlauf.

Wie bestreiten betroffene Personen den Alltag? Wie ist der Tagesablauf, wenn einem die Grundfähigkeit „geistige Leistungsfähigkeit“ fehlt? Zurich Tipp: Grundfähigkeiten kann man versichern.