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Statistiken besagen, dass etwa sieben Prozent aller Unfälle durch Sichteinschränkungen (sog. „Tunnelblick“) verursacht werden; das sind etwa genauso viele Unfälle wie durch Alkoholeinfluss.


Was versteht man unter „Tunnelblick“?

Jeder weiß, wie wichtig es ist, dass man als StraßenverkehrsteilnehmerIn gut sieht. Manchmal hängt es aber nicht von der Sehstärke alleine ab, ob man Dinge rechtzeitig mit dem Auge erfassen kann oder nicht. Denn die optische Wahrnehmung wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Sieht man stets ganz konzentriert nach vorne, kann es sein, dass man Objekte, die man normalerweise aus dem Augenwinkel registriert, übersieht. Sie scheinen für das Gehirn nicht besonders wichtig zu sein und werden ausgeblendet. Dieser Effekt verstärkt sich, wenn man abgelenkt ist. Dann ist das Gesichtsfeld kleiner, weil das periphere Sehen eingeschränkt ist. Man nennt das auch ein „Röhrengesichtsfeld“.


Warum ist der Tunnelblick so gefährlich?

Alles, was außerhalb des von uns fokussierten Bereichs geschieht, wird übersehen: das Auto, das uns überholt, das Kind, das am Straßenrand steht, Einbiegevorgänge bei Kreuzungen, wenn wir gleichzeitig auch noch auf Fußgänger und Radfahrer achten müssen. Schneller, als uns lieb ist, ist ein Unfall geschehen.


Wie entsteht der Tunnelblick?

Die Sicht wird automatisch bei sehr hoher Geschwindigkeit eingeschränkt. Ebenso durch Alkohol und Drogen. Auch Ermüdung, Ablenkung, Überforderung oder krankheitsbedingte Ursachen können peripheres Sehen auslösen. Führen wir mehrere Tätigkeiten gleichzeitig aus, filtert unser Gehirn automatisch alle einströmenden Informationen auf eine von uns wahrnehmbare Menge. Führen wir ablenkende Zusatztätigkeiten aus, könnte unser Sehsinn auf einen Tunnelblick reduziert werden. Dieser kann sogar nach Beendigung der Ablenkung noch für einige Minuten bestehen bleiben.

Manchmal sind es aber einfach nur störende Dinge im Gesichtsfeld, die das periphere Sehen einschränken: Kopfbedeckungen, Spangen, die Frisur, Sonnenbrillen mit breiten Bügeln etc.


Wie kann ich den Tunnelblick vermeiden?

Achten Sie stets darauf, dass der Sichtbereich des Autos frei ist. Seien Sie sich auch bewusst, dass man gerade in stressigen Situationen vieles leichter übersieht bzw. anders wahrnimmt. Reduzieren Sie in solchen Fällen die Geschwindigkeit, vergrößern Sie den Abstand und unterlassen Sie ablenkende Dinge.