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HighTech-Autodiebe knacken und stehlen Autos, ohne Spuren zu hinterlassen - ausgerüstet mit Laptop und Spezialsoftware. Gut möglich, dass auch Sie schon unbemerkt von den Autodieben gescannt wurden...

Vor allem in Europa ist die HighTech-Variante des Autodiebstahls mittels Laptop und Spezialsoftware auf dem Vormarsch. Bereits im Herbst 2005 haben das Sicherheitsunternehmen RSA und die John Hopkins University in einer gemeinsamen Studie auf die Sicherheitsmängel von Funkfernzündungen aufmerksam gemacht. Jetzt häufen sich die HighTech-Autodiebstähle in Europa.



Aktives Abfangen des Signals auf dem Parkplatz

HighTech-Diebstahl bei Autos mit Funkfernstarter

Wenn Sie stolzer Besitzer eines Wagens mit Funkfernstarter sind, dann können Sie Ihr Auto nicht nur aus der Entfernung öffnen, sondern auch den Motor starten, ohne den Autoschlüssel ins Zündschloss zu stecken – einfach per Knopfdruck.

Ihr Autoschlüssel enthält einen Chip und einen Sender, der ein verschlüsseltes Codesignal an die Empfangseinheit in der Elektronik Ihres Wagens sendet.

HighTech-Autodiebe fangen dieses Codesignal mit einem Laptop ab. In einem unbemerkten Moment öffnen die Diebe mit dem gespeicherten Signal ihr Auto, starten es und verschwinden – ohne Spuren zu hinterlassen.

Das geht z.B. von einem Café aus, wo ein Dieb unauffällig einen Laptop auf dem Tisch stehen hat und die ausgesendeten Signale abpasst - so legt er sich eine ganze Datenbank als "nachgemachte Schlüssel" an.

Die Laptops der Diebe sind mit einem speziellen Lesegerät und einer speziellen Software ausgestattet und fangen die per Knopfdruck von Ihnen übermittelte 40-bit-verschlüsselte Codefrequenz ab.



Aktives Scannen nach dem Signal in der Hosentasche

HighTech-Diebstahl bei Autos mit Funkfernstarter

Sicherheitsratschläge gegen diese Art des Autodiebstahls sind rar.

Selbst das rein mechanische Zusperren und Starten des Wagens bietet Fahrzeugen mit Funkfernstarter keinen absoluten Schutz.

Es ist technisch sogar möglich, aktiv nach dem Chip im Autoschlüssel zu scannen. Ihr Schlüssel in der Hosentasche gibt den Signalcode bereitwillig preis, wenn eine Software mit nachgebauter Zündanlage (einem so genanntem RFID-Leser) danach scannt.

Prominentestes Opfer bisher: Fußballstar David Beckham, dem sein eigens angefertigtes BMW-Sondermodell in Madrid entwendet wurde.

Das Expertenteam der RSA-Studie rät der Autoindustrie auf eine 128-bit-Verschlüsselung umzusteigen, da diese eine höhere Schwelle für die Decodierung des Signals darstellen würde. Derzeit sind 40-bit-Verschlüsselungen üblich.



Autoeinbruch bei Fahrzeugen mit Funkfernbedienung

Sie haben ein Auto mit Funkfernbedienung, d.h. Sie können Ihren Wagen bequem aus einigen Metern Entfernung auf- und zusperren.

Wenn Sie den Knopf an Ihrem Autoschlüssel drücken, schickt der enthaltene Sender ein Infrarotsignal an die Empfängereinheit im Wagen.

Autodieben ist es mit Hilfe eines Störsenders möglich, den Kontakt zwischen Autoschlüssel und Wagen zu unterbrechen. Der Effekt: Sie können Ihren Wagen nicht mehr über die Fernbedienung zusperren. Die Diebe rauben Ihr Auto aus, ohne Einbruchspuren zu hinterlassen.

Wenn Sie bemerken, dass sie den Wagen nicht mehr wie gewöhnlich mit der Fernbedienung verriegeln können, reicht es nicht aus, das Fahrzeug mechanisch von Hand abzusperren. Mit Hilfe der zuvor abgefangenen Signalfrequenz ist es ein Leichtes, das Auto zu öffnen.

Besondere Vorsicht ist auf großen Parkplätzen geboten (z.B. in Einkaufszentren) – es gilt der altbekannte Spruch: Gelegenheit macht Diebe.


Der ARBÖ gibt Autofahrern drei wichtige Ratschläge auf den Weg:

  • In zweifelhaften Fällen auf den Komfort der Fernsteuerung verzichten und von vornherein mit dem Schlüssel händisch zusperren - auf die ganz herkömmliche Art.
  • Falls die "Fernsteuerung" spinnt, auf keinen Fall das Auto allein lassen, sondern gleich wegfahren oder das Auto im Auge behalten.
  • Prinzipiell im Auto nichts liegen lassen, schon gar nicht Gegenstände, die den Anschein erwecken, wertvoll zu sein. Achtung auch bei schönen Verpackungen, bei denen Diebe Wertvolles vermuten könnten.