Zurich Versicherung Österreich
Aquaplaning oder Wasserglätte kann nur jenen Autofahrern widerfahren, welche die Anzeichen und Hinweise nicht kennen oder nicht beachten. Gegen Aquaplaning hilft nur die Vorsorge.

Ist Aquaplaning schon aufgetreten, können LenkerInnen nicht mehr handeln, sie können nur noch zusätzliche Fehler vermeiden. Man muss abwarten und hoffen, dass das Fahrzeug wieder rechtzeitig festeren Boden unter die Räder bekommt, bevor der Fahrbahnrand oder der Vordermann erreicht ist.


Driving in the Rain

Auto fahren auf nassen Straßen ist immer dann gefährlich, wenn man mit hoher Geschwindigkeit unterwegs ist. Als oberster Grundsatz gilt daher: Fahrweise der Witterung anpassen!

Auf nassen Fahrbahnen haften die Reifen niemals so gut wie auf trockener, daher ist die angemessene Fahrgeschwindigkeit bei Regen immer geringer als bei trockener Witterung. Je stärker der Regen ist bzw. je mehr Wasser sich auf der Fahrbahn befindet, desto geringer ist das geeignete Tempo.

Folgende Faktoren bestimmen das Auftreten von Aquaplaning:
  • die Fahrgeschwindigkeit,
  • die Wassermenge auf der Fahrbahn,
  • die Eigenschaften der Reifen (vorhandene Profiltiefe, Profilgestaltung, Reifenbreite),
  • und das Fahrzeuggewicht.

Eine Faustregel: Je breiter die Reifen, umso leichter schwimmt ein Fahrzeug auf, umso langsamer ist also die angemessene Fahrgeschwindigkeit.



Aquaplaning erkennen

Wann ist die Fahrbahn "nur" regennass und ab wann ist man mit Aquaplaning konfrontiert?


Alarmsignale für Aquaplaning sind:
  • Autospuren anderer Fahrzeuge "verschwimmen", bevor man sie bei Einhaltung des empfohlenen Sicherheitsabstandes (im Regen eine Sekunde mehr als sonst) erreicht
  • Die Motordrehzahl steigt ohne anderen erkennbaren Grund
  • Übermäßig laute Wassergeräusche unter dem Wagen
  • Leichtgängige Lenkung
  • Leichte Schläge auf die Lenkung (wenn die Reifen kurzzeitig wieder aufsetzen)

Erhöhte Aquaplaning-Gefahr besteht:
  • bei hohem Tempo
  • bei starkem Regen
  • bei schlechter Bereifung
  • in Unterführungen
  • auf Fahrbahnen mit Spurrillen
  • auf sehr breiten Straßen mit geringer Querneigung
  • zwischen S-Kurven mit wechselnder Querneigung
  • auf Straßen neben Berg- und Felshängen (wenn die Entwässerung offenbar mangelhaft ist)


Richtig reagieren bei Aquaplaning

Wenn Aquaplaning erst einmal aufgetreten ist, gibt es keine richtigen Reaktionen, die den Zustand verbessern könnten. Der Lenker kann sich nur darauf beschränken, die Lage nicht durch falsche Reaktionen noch zu verschlimmern.

  • Lenkrad in Fahrtrichtung halten
    Die Räder dürfen nicht schräg zur Fahrtrichtung stehen oder blockieren, wenn der Wagen wieder "festen Boden unter die Füße bekommt". Sonst kommt es in diesem Moment sehr leicht zum Schleudern.
  • Kupplung treten ist prinzipiell kein Fehler
    Speziell bei Fahrzeugen mit Hinterradantrieb verzichtet man jedoch auf die Motorbremswirkung. Meist "schwimmen" nur die Vorderräder, während die hinteren noch etwas Haftung haben. Andererseits kann aber gerade mit dieser Motorbremswirkung das letzte Bisschen Haftung verloren gehen.
    Bei Vorderradantrieb bietet Auskuppeln den Vorteil, dass am Ende der Lacke die gesamte Haftung für Lenkbewegungen zur Verfügung steht und die Räder schneller wieder anrollen.
  • Automatik-FahrerInnen: Aufs Lenken konzentrieren, keinesfalls die Fahrstufe herausnehmen oder wechseln!
  • Bremsen ist nicht anzuraten
    Speziell aber bei Fahrzeugen mit ABS ist Bremsen kein Fehler. Besonders dann, wenn nur eine Fahrzeugseite aufgeschwommen ist, kann Bremsen sogar ein Vorteil sein. Bei Fahrzeugen mit Hinterradantrieb ist vom Bremsen erfahrungsgemäß eher abzuraten.