Unkraut für die Bodenanalyse nutzen

Mai 2019
Sie fühlen sich in Ihrem Garten nie ganz alleine und bilden sich sogar ein, gelegentlich ein leises Flüstern zu hören? Vielleicht sind das Ihre Zeigerpflanzen, die Ihnen etwas sagen wollen! Zeiger- oder auch Indikatorpflanzen geben dem Gärtner Auskunft über die Beschaffenheit des Bodens und können so über Sein oder Nichtsein anderer Pflanzen entscheiden.

Sie fragen sich, warum in Ihrem Garten immer irgendwo Unkraut wächst? Und noch dazu immer dasselbe? Die Antwort: Es liegt an der Beschaffenheit des Bodens … und das Unkraut bzw. die sogenannten Zeigerpflanzen sagen Ihnen, was das für eine Beschaffenheit ist. Diese Pflanzen führen für Sie quasi eine kostenlose Bodenanalyse durch – sie blühen dabei auf oder lassen vielleicht sogar ihr Leben.

Zeigerpflanzen reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen in der Erde oder in der Umwelt. Jede Pflanze wächst nur in einem bestimmten Boden und kann als Indikator für zum Beispiel den Grad der Feuchtigkeit agieren. Verändern sich die Eigenschaften der Erde auch nur minimal, könnte das den Tod der jeweiligen Zeigerpflanze bedeuten. Dasselbe Schicksal blüht anderen Pflanzen, die unter denselben Bedingungen leben.

Brennnesseln deuten zum Beispiel auf einen stickstoffreichen Boden hin. Stickstoff ist für viele Pflanzen überlebenswichtig, kann manchen allerdings auch schaden. Zu viel davon im Boden kann die Gewebestabilität von Pflanzen verringern und sie anfälliger für Schädlinge machen. Lupinen, die gerne Stickstoff horten, würden sich in dieser Erde wahrscheinlich nicht wohlfühlen.

Wiesenschafgarben beispielsweise bevorzugen die sonnigen Stellen, während Farne im Schatten gedeihen. Wenn in Ihrem Garten schlechte Lichtverhältnisse herrschen, können das Ausdünnen des Pflanzenbestandes oder ein Baumschnitt helfen. Gegen zu intensive Sonne können Bäume gepflanzt oder, wenn es sich um kleinere Beete handelt, um die Mittagszeit ein Sonnenschirm aufgestellt werden.

Finden Sie in Ihrem Garten immer wieder Feldahorn, deutet das auf eine sehr warme Lage hin. Wenn z.B. Eisenhut Ihr Beet fest im Griff hat, sind die Temperaturen eher kühl. Es empfiehlt sich wärmeliebende Flora eher an Südhängen, in windgeschützten Mulden oder in Hochbeeten anzupflanzen. Sollten Sie sich Kälteliebhaber nach Hause geholt haben, werden sich diese in Nord- oder Hochlagen wohlfühlen. Es ist allerdings auch anzumerken, dass die Temperatur stark von Windzugänglichkeit, Bebauung und Pflanzenwuchs abhängig ist.

Der allseits bekannte Löwenzahn bevorzugt feuchte Böden, während die Königskerze eher ein Anzeichen für Trockenheit ist. Ob ein Boden trocken oder feucht ist, hängt von zahlreichen Faktoren ab, wie etwa dem Grundwasserspiegel, der Belüftung des Bodens oder auch der Staunässe. Für letztere ist beispielsweise der Huflattich ein guter Indikator.

Generell ist zu erwähnen, dass Zeigerpflanzen lediglich erste Anhaltspunkte liefern können. Sollten Sie sich für Dinge, wie den genauen Humusgehalt, den Nährstoffgehalt oder den pH-Wert im Boden interessieren, werden Sie um eine professionelle Bodenanalyse nicht herumkommen.


Quellen:
https://www.boden-fachzentrum.de/bodenqualitaet/zeigerpflanzen
http://www.mein-garten-ratgeber.de/begriffe-erklaerungen-details/zeigerpflanzen.html

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