Ein Tag voller Traditionen und Brauchtümer

Mai 2019
Österreichs Bräuche und Traditionen zum Maibeginn sind sehr lebendig und stimmungsvoll. Je nach Region oder Bundesland wird der Tag der Arbeit unterschiedlich und nach anderen Regeln zelebriert. Wir haben einige Brauchtümer für Sie zusammengefasst:

Das Maibaumfest – beliebt und begehrt bei Jung und Alt!
Im Mittelpunkt dieser Tradition steht der Maibaum. Meist wird eine 20 bis 30 Meter hohe Fichte, Tanne oder Birke gefällt und bis zur oberen Krone geschält. Die Regeln zum Maibaumaufstellen besagen, dass er händisch und mit reiner Muskelkraft aufgestellt werden muss. Es dürfen also keinerlei technische Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Laut Überlieferung soll der Baum für Fruchtbarkeit sorgen und eine Segen bringende Wirkung auf Mensch und Tier sowie auf Häuser und Felder haben.

Bandltanz – ein traditioneller Volkstanz
In einigen Bundesländern wird der sogenannte „Bandltanz“ aufgeführt. Dabei werden bunte Bänder am Maibaum befestigt, die die Tänzer im Laufe ihrer Bewegungen kunstvoll verflechten und dann im Laufe des Tanzes wieder zur Auflösung bringen. Diese Tradition erfreut sich aufgrund der feierlichen Schauwirkung großer Beliebtheit. Man nimmt an, dass der Bandltanz früher vor allem in der Steiermark und im Lungau (Salzburg) verbreitet war.

Den Maibaum „stibitzen“ – wem fällt der Baum zum Opfer?
Maibaumstehlen ist in vielen Ortschaften Österreichs fest verankert. Hier versucht eine Gemeinde den Baum einer anderen Gemeinde, in aller Heimlichkeit zu stehlen. Dabei gibt es je nach Region strenge Regeln: Die Diebe dürfen den Maibaum ausschließlich in der Nacht zum 1. Mai stehlen, er muss bereits gefällt sein und der Diebstahl selbst muss unentdeckt bleiben. Die bestohlene Gemeinde muss für den abhandengekommenen Baum meist einen Preis bezahlen. Dieser wird häufig in Form von Hopfen und Malz oder einer Jause beglichen. ;)

Auf den Maibaum kraxeln – Kräftemessen für Burschen
Jugendliche können beim Maibaumkraxeln ihre Kräfte unter Beweis stellen. Der Stamm wird dabei mit Seife eingerieben, um das Klettern auf den Baum zu erschweren, und am oberen Ende wird ein Wurstkranz befestigt. Wer als Erster hinaufkraxelt und eine Wurst ergattert, hat gewonnen.

Den Maistrich ziehen – die kalkige Verbindung zwischen Liebespaaren
Der Maistrich ist besonders in Niederösterreich beliebt. Der Brauch soll zwei sich liebende oder sich (noch) nicht liebende Menschen zueinander bringen und sie verkuppeln. Hierbei wird eine Kalkspur gezogen und am jeweiligen Ende vor den Häusern ein Herz aus Kalk gemalt, das die Initialen der Betroffenen enthält.

Maien- oder Butterausschnellen – nichts für schwache Nerven!
In manchen Teilen Tirols geht es ordentlich zur Sache. Hier ist am ersten Mai nicht an Schlaf zu denken: Man bedient sich langer und dicker Peitschen aus Leder, an die ein breites rotes Seidenband, ein sogenannter „Pfoß“, angeknüpft ist. Damit wird die ganze Nacht geschnellt und von Schlaf kann in der Nachbarschaft keine Rede mehr sein.

Quellen:
https://www.austria.at/de/urlaubsideen/kunst-und-kultur/kultur-und-brauchtum
https://meinheimvorteil.at/einfach-tradition-1-mai-maibaumaufstellen/#
https://www.salzburgerland.com/de/magazin/der-maibaum-wird-aufgestellt/
https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_B/Bandltanz.xml
https://www.adeg.at/land-und-leut/geschichten-und-geniessen/tradition-und-brauchtum/detailseiten/maibaum
https://derstandard.at/1240550585445/Seltsame-Schlangenlinien-Der-Strassenstrich-blueht
http://www.sagen.at/doku/hoermann_bauernjahr/belustigungen.html
https://jahreskalender.at/feiertage/staatsfeiertag/

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