IoT

September 2019
Der Begriff wurde Ende des vorigen Jahrtausends geprägt und ist mittlerweile in aller Munde. Die meisten haben ungefähre Vorstellungen, wenn sie dieses Schlagwort hören, doch was steckt nun wirklich dahinter?

Gegenstände bekommen eine Identität (d. h. eine eindeutige Internet-Adresse), sind über Kabel oder WLAN/Mobilfunk vernetzt, können kommunizieren. Ziel des Internets der Dinge ist es, automatisch wichtige Informationen über Gegenstände zu erfassen, miteinander zu verknüpfen und daraus Aktionen abzuleiten. Selbstfahrende Autos und der Kühlschrank, der von sich aus Milch nachbestellt, sobald Sie den letzten Tropfen in den Kaffee geleert haben, haben sich bislang noch nicht durchgesetzt, aber auf vielen anderen Gebieten ist die Technologie schon erfolgreich im Einsatz.

Ein paar Beispiele:
  • Paketverfolgung über das Internet: Sie haben online eine Bestellung aufgegeben und können jederzeit nachsehen, ob Ihre Ware schon versandt wurde, bereits im Lande ist oder vielleicht gar schon der Nachbarin übergeben wurde.
  • Der Scheibenwischer Ihres Autos bewegt sich gemächlich, wenn es ein bisschen nieselt, und hektisch, wenn es schüttet? Das Geheimnis ist ein in die internen Netzwerke des Autos eingebundener Regensensor.
  • Die Tiefkühltruhe im Supermarkt wird gewartet und Verschleißteile werden getauscht, bevor das Gerät ausfällt und der Inhalt auftaut und verdirbt. Auch hier haben eingebaute Heinzelmännchen erkannt, dass gehandelt werden muss.
  • Die Abteilungsdrucker bei Zurich „wissen“ dank Sensoren ganz genau, wie viel Toner sich noch in den einzelnen Farbpatronen befindet. Sobald eine Füllmarke unterschritten wird, löst dies automatisch eine Nachbestellung aus.

Firmen erwarten sich durch das Internet der Dinge, dass sie ihre Geschäftsprozesse effizienter gestalten, aber auch neue Services anbieten können. Die automatische Analyse der von den Sensoren gesammelten Massendaten („Big Data“) erlaubt wichtige Schlussfolgerungen und Optimierungsmaßnahmen. So können etwa Wettereinflüsse und Industrieproduktion in Zusammenhang gebracht werden. Kürzere Ausfallzeiten und die bessere Auslastung von Maschinen helfen, laufende Kosten zu senken.

Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten
Als größte Herausforderung für die Umsetzung gelten Fachkräftemangel und Sicherheit. Unternehmen fürchten Hackerangriffe, Erpressung durch Cyber-Attacken, Industriespionage und rechtliche Probleme. Die Abhängigkeit von einer Technologie macht verwundbar, wenn nicht entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Vernetzte Gegenstände können mit Computerviren infiziert werden. Tausende infizierte „Dinge“ lassen sich für den gleichzeitigen Cyber-Angriff auf die Internet-Dienste von Unternehmen oder der öffentlichen Verwaltung zusammenschalten.

Daten – das Erdöl der Zukunft?
Das Internet der Dinge beruht auf Gegenständen, die durch den Einbau von Mikrochips „smart“ werden und sich so direkt und über das Internet mit anderen Gegenständen und Rechnern austauschen können. Wenn alle diese „Dinge“ Daten sammeln, entstehen enorme Datenmengen, mit denen klassische Rechenzentren schnell überfordert sind. Cloud Computing und leistungsfähige Datenübertragung (Stichwort: 5G) werden daher immer wichtiger.
Bei der Auswertung der gesammelten Daten (Big Data Analytics) werden zunehmend Künstliche Intelligenz und sogenanntes „Machine Learning“ eingesetzt. Techniken des „Cognitive Computing“ erlauben die automatische Erkennung menschlicher Sprache und von Video- und Bildinhalten. Indem die „Dinge“ Daten erfassen, speichern und untereinander austauschen, sammeln sie auch Daten über ihre Anwender. An diesen personenbezogenen Daten könnten Unternehmen, Staaten, Organisationen aber auch Kriminelle interessiert sein. Daher ist Datenschutz auch im Internet der Dinge ein zentrales Thema.
Quellen:
https://www.hpe.com/ch/de/what-is/internet-of-things.html
https://atos.net/en/solutions/industry-4-0-the-industrial-internet-of-things
https://www.computerwoche.de/k/internet-of-things-iot,3528
https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_der_Dinge
https://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/internet-of-things?interstitial
https://www.expertenderit.de/blog/iot-definitionen-was-ist-eigentlich-das-internet-der-dinge
https://www.bakom.admin.ch/bakom/de/home/digital-und-internet/internet/internet-of-things.html

Weitere Themen unseres Newsletters: