Wenn der Sensenmann klingelt ...

Juni 2019
Wer kennt es nicht: Man sitzt im Auto und auf einmal klingelt das Handy. Automatisch drückt man den Knopf und nimmt den Anruf entgegen oder liest die Nachricht. Vielleicht muss man während der Fahrt auch nur schnell etwas im Internet nachsehen oder einen Blick auf die digitale Stadtkarte werfen. Das kann jedoch teuer werden und birgt zudem eine große Gefahr für den Straßenverkehr. Der Gesetzgeber hat mit einem verschärften Handyverbot am Steuer darauf reagiert. Was die Novelle konkret besagt, erfahren Sie hier:
Wann darf ich das Handy am Steuer nicht benutzen?
Ausdrücklich verboten sind das Lesen und Verfassen von SMS, E-Mails, Nachrichten über WhatsApp oder andere Social-Media-Kanäle sowie das Surfen im Internet. Zudem sind das Pausieren und Starten von Musik sowie das Bedienen des Navigationsgeräts verboten. Die Ablenkung dabei ist zu groß, da der Blick von der Straße und somit vom Verkehr abgewandt wird. Weitere nicht erlaubte Handhabungen sind das Speichern einer Rufnummer während des Autofahrens und der Anschluss des Handys zum Laden, da dafür meist beide Hände benötigt werden.

Wann ist das Telefonieren am Steuer erlaubt?
Grundsätzlich gilt: Beide Hände des Fahrers müssen frei bleiben. Es ist nicht zulässig, das Handy während des Fahrens zwischen Kopf und Schulter zu klemmen. Um trotzdem Anrufe entgegennehmen zu können, muss eine Freisprecheinrichtung verwendet werden. Bei einer fixen Freisprecheinrichtung sollte das Smartphone in eine Vorrichtung im Wageninneren gegeben werden, da die Sicht und Bewegungsfreiheit des Lenkers nicht beeinflusst werden dürfen. Mobile Freisprecheinrichtungen sind ebenfalls erlaubt, solange das Blickfeld des Fahrers nicht durch ein Verbindungskabel gestört ist und er seine Körperhaltung nicht wesentlich verändern muss. Auch das Telefonieren mit der Lautsprecherfunktion ist gestattet, sofern der Blick vom Straßenverkehr nicht abgewandt wird.

Was tun bei …
roter Ampel: Hier darf auch ohne Freisprecheinrichtung telefoniert werden. Dasselbe gilt auch bei „ruhendem Verkehr“ z.B. beim Parken.
Stopptafeln: Telefonieren ist nur mit Freisprecheinrichtung erlaubt.
Stau: Es kommt auf die Situation an. Ist das Fahren nicht möglich, ist Telefonieren erlaubt. Bei Stop-and-go-Verkehr muss wiederum eine Freisprecheinrichtung benutzt werden.

Welche Strafen drohen in Österreich?
Wer sich in Österreich nicht an das Handyverbot hält, muss mit einem Organmandat von 50 EUR rechnen. Bezahlt man die Strafe nicht, wird Anzeige erstattet und die Kosten steigen auf 72 EUR.

Wie hoch sind die Strafen im Ausland?
Im Ausland variieren die Höhe und Richtwerte der Strafen stark. In Lettland sind es beispielsweise 15 EUR, in der Schweiz kostet es die Handysünder 85 EUR, in Italien ist der Richtwert ab 160 EUR und in Großbritannien beginnen die Strafen bei 230 EUR.

Handy am Steuer in der Probezeit
Wird gegen das Handyverbot am Steuer verstoßen, hat dies natürlich auch bei Führerscheinneulingen Konsequenzen. Da Handybenutzung am Steuer ein schweres Verkehrsstrafdelikt ist, wird von der Behörde eine Nachschulung angeordnet. Die Probezeit verlängert sich dabei um ein Jahr. Fazit: Volle Aufmerksamkeit auf den Straßenverkehr und den Griff zum Handy vermeiden!

Für all jene, die dennoch meinen das Geheimnis sei simples Multitasking, dürfte diese Seite von besonderem Interesse sein.

Quellen:
https://www.oesterreich.gv.at/themen/freizeit_und_strassenverkehr/kfz/10/4/Seite.063220.html
https://www.oesterreich.gv.at/themen/dokumente_und_recht/fuehrerschein/Seite.040102.html
https://www.vcoe.at/news/details/strafhoehe-handy-am-steuer
https://www.adac.de/der-adac/rechtsberatung/verkehrsvorschriften/ausland/handy-am-steuer-ausland/

Weitere Themen unseres Newsletters: