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Cheese, Spaghetti oder Ameisenscheise? Egal, wichtig ist, dass das Foto rechtens ist.

Juni 2018

Früher war das Fotografieren eine teure und mühsame Angelegenheit – entweder überließ man es Profis oder man musste viel Geld in sein Hobby investieren.

Mit dem Siegeszug der Smartphones haben die meisten so gut wie immer eine Kamera zur Hand – und nutzen diese auch. Vom Regenbogen bis zum Rettungseinsatz, vom Sonnenuntergang bis zum Straßenkünstler, die Demo, der Stau auf der Autobahn … alles wird fotografiert und teilweise gleich an Freunde weitergeleitet oder auf Facebook etc. veröffentlicht. Aber darf man das auch?

Die Regelungen sind in den einzelnen Ländern unterschiedlich, wir haben anhand häufiger Fragen recherchiert, wie es um das Fotorecht in Österreich bestellt ist. Es gibt allerdings nicht immer klare Regeln – im Einzelfall müssen die unterschiedlichen Interessen abgewogen werden.

Darf man fremde Häuser, Villen, Gärten etc. fotografieren?

Ja, solange man sich auf öffentlicher Fläche (Straße, Gehsteig) befindet. Man dürfte sogar eine Leiter oder einen Selfie-Stick dazu verwenden. In ein privates Haus hinein zu fotografieren wäre hingegen ein Eingriff in den höchstpersönlichen Lebensbereich und ist nicht erlaubt.

Darf ich berühmte Personen, bekannte Politiker etc. fotografieren?

Das kommt auf die Situation an. Es ist völlig legitim, im Wahlkampf den Bürgermeister auf einem öffentlichen Platz zu fotografieren. Anders sieht es aus, wenn er mit engen Freunden in einem Lokal Geburtstag feiert. Auch prominente Personen haben ein Anrecht auf eine Privatsphäre.

Darf ich bei einem Marathon die Läufer fotografieren?

Wer an einer öffentlichen Veranstaltung teilnimmt, muss damit rechnen, fotografiert zu werden. Wenn Sie das sportliche Ereignis dokumentieren und mehrere Läufer im Bild sind, wird niemand etwas dagegen haben. Ein formatfüllendes Porträt eines einzelnen Läufers ist eine andere Sache.

Darf ich den Menschen fotografieren, der mir zufällig im Bus gegenüber sitzt?

Prinzipiell ja, sofern seine Interessen nicht verletzt werden, und das Bild nicht kommerziell verwendet wird (z. B. für Werbung). Jede Person hat aber das Recht, das Fotografieren zu untersagen. Wenn jemand nicht fotografiert werden will, ist dies zu respektieren.

Darf ich auf einem Spielplatz ein fremdes Kind fotografieren?

Nur, wenn die Eltern die Erlaubnis dazu geben.

Darf ich auf einem Bahnhof fotografieren?

Die Hausordnung der ÖBB besagt, dass Fotografieren und Filmen für kommerzielle Zwecke nur nach vorheriger Genehmigung der ÖBB-Infrastruktur AG gestattet ist. Das Abschiedsfoto von der Freundin, die einen Zug besteigt, ist also erlaubt.

Darf ich in einer Kirche, einem Museum, im Theater etc. Fotos machen?

Das hängt vom Eigentümer bzw. der Hausordnung ab. Fotografieren kann gänzlich verboten sein, manchmal ist auch nur der Einsatz von Blitz und/oder Stativ verboten. Gelegentlich wird für die Fotoerlaubnis eine Gebühr verlangt. Hin und wieder ist zwar das Fotografieren erlaubt, man darf die Fotos aber nicht veröffentlichen. Meistens weist schon beim Eingang ein Schild mit einer durchgestrichenen Kamera darauf hin, dass Fotografieren nicht erlaubt ist. Sieht man keinen Hinweis auf ein Fotografierverbot, empfiehlt es sich, sicherheitshalber z. B. an der Kassa nachzufragen.

Wie sieht es mit einer Veröffentlichung (z. B. über das Internet) aus?

Bei einer Veröffentlichung ist besonders darauf zu achten, keine Interessen von Personen zu verletzen. Dazu gehören Bloßstellung, herabsetzende und entwürdigende Darstellung. Wer möchte schon ein Bild von sich in einer Zeitung oder auf Facebook sehen, auf dem ihm scheinbar ein Hirschgeweih aus dem Kopf wächst, oder auf dem er gedankenverloren in der Nase bohrt? Im Zweifelsfall empfiehlt es sich immer, eine Einwilligung einzuholen, bevor man das Foto einer Person online stellt.

Wo und was darf ich nicht fotografieren?

Überall, wo es das Hausrecht verbietet. Wenn durch die Fotos Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse verraten würden. Im militärischen Sperrgebiet. Bei Sicherheitskontrollen auf Flughäfen. Vorsicht geboten ist auch bei der Veröffentlichung von Fotos, auf denen geschützte Logos (z. B. Coca-Cola) prominent zu sehen sind – hier könnte man mit dem Designschutz in Konflikt kommen.

Darf ich ein Foto eines fremden Autos samt Nummerntafel veröffentlichen?

Eine Privatperson hat üblicherweise keine Möglichkeit, von der Nummerntafel auf den Eigentümer zu schließen, daher werden in der Regel auch keine Persönlichkeitsrechte verletzt. Wer aber auf der sicheren Seite sein möchte, macht die Nummerntafel auf dem Foto unkenntlich, bevor er es veröffentlicht.

Wenn Sie nicht nur mit Ihrem Smartphone sondern auch mit einem „richtigen“ Fotoapparat fotografieren, ist es sehr beruhigend, wenn Ihre Kamera ausreichend versichert ist. Wenn Sie also demnächst auf Urlaub fahren, denken Sie an die „Reiseapotheke“ für Ihre Fotoausrüstung. Hier geht’s zur Zurich Kameraversicherung.

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