Cyber-Mobbing

August 2019
Was einmal im Netz ist, bleibt dort. Gerüchte und Fotos verbreiten sich rasend schnell und erreichen binnen weniger Sekunden ein riesiges Publikum. Fast jeder dritte Jugendliche in Österreich war schon einmal in Cyber-Mobbing involviert – als Opfer, Täter oder Unterstützer.

Was ist Cyber-Mobbing?
Der Begriff bezeichnet absichtliche, über einen längeren Zeitraum anhaltende Beleidigungen, Bloßstellungen, Bedrohungen oder Belästigungen im Internet oder über das Handy. Cyber-Mobbing findet in sozialen Netzwerken, Chats, Messenger-Diensten, E-Mails und über Handyfotos oder –videos statt. Es äußert sich beispielsweise durch Ausschluss aus WhatsApp-Gruppen, Erstellen von Fake-Profilen, Hochladen peinlicher oder intimer Fotos und Videos etc.

Was sind die Besonderheiten von Cyber-Mobbing?
Cyber-Mobbing findet zu jeder Tageszeit statt. Es endet nicht mit dem Verlassen der Schule oder des Arbeitsplatzes, denn digitale Medien werden ständig genutzt. Inhalte verbreiten sich sehr schnell, erreichen in Sekundenschnelle ein großes Publikum und können nach dem Hochladen oft nicht mehr entfernt werden. Das Mobbing erfolgt häufig anonym mit einer erfundenen Identität oder kann unabsichtlich passieren, da nicht über die Folgen und Konsequenzen nachgedacht wird.

Ist Cyber-Mobbing strafbar?
Im Strafgesetzbuch fällt Cyber-Mobbing unter folgenden Paragraph:
„Fortgesetzte Belästigung im Wege einer Telekommunikation oder eines Computersystems“. Wird eine Person über einen längeren Zeitraum über Mails, SMS, Anrufe oder WhatsApp-Nachrichten belästigt, so kann das strafbar sein. Als Belästigung bezeichnet man im Gesetz Handlungen, die eine Person in ihrer Lebensführung unzumutbar beeinträchtigen und an der Ehre verletzen. Werden beispielsweise Nacktfotos im Internet veröffentlicht, können diese das Ansehen der Person in ihrem sozialen Umfeld verringern. Bei bloßstellenden Fotos oder Videos handelt es sich um „Tatsachen oder Bildaufnahmen des höchstpersönlichen Lebensbereiches“. Darunter fallen religiöse Ansichten, Krankheiten, der Wohnbereich einer Person und ihr Sexualleben. Sie können somit eine derartige Handlung zur Anzeige bringen und das Gericht entscheidet anschließend, ob eine Strafe verhängt wird. Es kann zu einem Freiheitsentzug von bis zu einem Jahr oder zu einer Geldstrafe kommen.

Was können Sie tun, wenn Sie davon betroffen sind?
  • Antworten Sie nicht auf belästigende Nachrichten, denn damit geben Sie dem Täter zusätzliche Angriffsfläche.
  • Machen Sie Screenshots von den Fake-Profilen und löschen Sie die Nachrichten nicht. Diese können als Beweis dienen, dass Sie belästigt wurden.
  • Wenden Sie sich an den Betreiber der Seite oder den Administrator und lassen Sie Beschimpfungen im Netz löschen.
  • Blockieren Sie den Täter. Dies ist in fast jedem sozialen Netzwerk möglich.
  • Sprechen Sie darüber! Informieren Sie sich im Internet oder suchen Sie Beratungsstellen auf.

Quellen:
https://www.rataufdraht.at/themenubersicht/handy-internet/was-tun-gegen-cyber-mobbing
https://www.saferinternet.at/themen/cyber-mobbing/
http://www.medienhelden.at/fakten.php

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