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Regent es heute noch? Brauche ich einen Schirm?

August 2016
Viele werfen bei dieser Frage einen raschen Blick auf das Smartphone und wissen, ob ein Regenschutz notwendig ist. Es geht jedoch auch anders: Werfen Sie zukünftig einen Blick in den Himmel! Typische Wolkenformationen geben Auskunft, wie das Wetter in den nächsten Stunden wird. Wir stellen die 10 verschiedenen Wolkentypen vor.

Federwolke = Cirrus

Tritt meist zwischen einer Höhe von 8.000 und 12.000 Metern auf. Sie besteht aus Eiskristallen und bildet sich manchmal aus dem Oberteil von Cirrostratus-Wolken, wenn deren dünnere Teile verdunsten. Durch starke Höhenwinde können sie ausfransen.

Werden die Cirren im Tagesverlauf weniger, hat sich das Wetter beruhigt, und es wird schön.

Schleierwolke = Cirrostratus

Wenn die hohen Schleier aus Eiskristallen noch dünn sind, bemerkt man sie kaum. Nimmt ihre Dichte zu, schwächen sie die Kraft der Sonne und die Temperaturen fallen deutlich. Gewöhnlich treten die Schleierwolken in einer Höhe von 6.000 bis 8.000 Metern auf. Sie entstehen aus Cirren, wenn große Luftmassen langsam emporsteigen. Die Schleierwolken gelten im Vorfeld eines Tiefdruckgebietes als Schlechtwetterboten. Packen Sie lieber den Regenschirm ein – in den kommenden 48 Stunden werden Sie ihn brauchen!

Hohe Schichtwolke = Altostratus

Die hohe Schichtwolke ist das Verbindungsglied zwischen hoher Schleierwolke und vertikal aufragender Regenschichtwolke. Die konturlos graue Wolke verschleiert die Sonne deutlich und befindet sich in einer Höhe von 3.000 bis 6.000 Metern. Sie entsteht, wenn große Luftmassen langsam angehoben werden – wie etwa im Verlauf einer Warmfront innerhalb eines Tiefdruckgebietes. Es beginnt lang anhaltend zu regnen wenn sich die hohe Schichtwolke verdichten und dabei die Untergrenze der Wolke absinkt.

Regenschichtwolke = Nimbostratus

Regenschichtwolken verdecken die Sonne meist komplett. Sie bringen oft tagelangen Landregen oder im Winter Schneefall. Die Wolken ragen hoch auf und befinden sich über hunderte Kilometer ausgedehnt in einer Höhe von 2.000 bis 5.000 Metern.

Achten Sie auf Löcher in der Wolkendecke, sie sind, neben einer heller werdenden Wolkenfarbe, Hinweise darauf, dass der Niederschlag bald endet.


Große Schäfchenwolke = Altocumulus

Die sich in 3.000 bis 6.000 Metern befindende Schäfchenwolke ist ein Zeichen für labiles und schlechtes Wetter. Verbinden sich Altocumuli mit mittelhohen Schichtwolken, dann heißt es, den Regenschirm einzupacken. Es droht auch Gewittergefahr, besonders in den heißen Sommermonaten, wenn sich turmartige Wolken bilden. Achtung, nicht täuschen lassen: „Verschwindet“ die große Schäfchenwolke im Laufe des Vormittags, dann lag das nur an der zunehmenden Sonnenkraft. Am Nachmittag ist der Altocumulus plötzlich wieder da, bauscht sich kräftig auf und bringt Gewitter.

Tiefe Haufenschichtwolke = Stratocumulus

Wenn Sie tiefe Haufenschichtwolken sehen, haben Sie gut lachen – sie sind Schönwetterwolken. Sie entstehen in einer Höhe von 500 bis 2.000 Metern, wenn aufsteigende Luftmassen durch atmosphärische Grenzschichten in der Höhe gestoppt werden und sich horizontal ausbreiten. Achtung jedoch, wenn sie sich zur durchgängig den Himmel bedeckenden Schichtwolke wandeln, dann kommt nämlich Regen. Zerfällt die Wolke hingegen in Teile, verheißt das Wetterbesserung.

Haufenwolke (Quellwolke) = Cumulus

Eine Haufenwolke befindet sich zwischen Bodenhöhe und 6.000 Metern. Sie entsteht, wenn durch die Erwärmung des Bodens Luftmassen aufsteigen und sich dann wieder bis unter den Taupunkt abkühlen. Häufig löst sich die eben entstandene Wolke im Tagesverlauf auf. Cumuli können sich aber auch schon gegen Mittag hoch und blumenkohlartig auftürmen und mit anderen Cumuli zusammenwachsen. Sie sind meist ein Anzeichen für eine nahende Kaltfront, es wird kühl und windig, oft in Kombination mit Gewittern.

Schauer-/Gewitterwolke = Cumulonimbus

Die Gewitterwolken können vom Boden weg bis in 15.000 Meter Höhe vorkommen. Sie entstehen, wenn warmfeuchte Luftmassen einwandern, ragen hoch in die Wolkenstockwerke auf und bringen eine Wetteränderung mit sich. Ein ambossförmiges Dach kündigt ein starkes Gewitter an. Sollte die Wolke eine schwefelgelbe Einfärbung haben, bringen Sie sich und Ihr Auto in Sicherheit, es folgt mit hoher Wahrscheinlichkeit Hagel! Bedrohlich aussehende walzenartige Bänder an der Vorderseite der Gewitterwolke zeigen Orkanböen an. Oftmals blitzt es bereits heftig bevor es regnet, ein Anzeichen dafür ist die netzartige Struktur am Boden der Wolke.


Kleine Schäfchenwolke = Cirrocumulus

Kleine Schäfchenwolken treten bei uns eher selten auf, breiten sich dann aber großflächig wellenartig aus. Sie stehen für einen Wetterumschwung. Im Sommer kündigen die kleinen Schäfchenwolken ein Hitzegewitter oder eine Kaltfront innerhalb eines Tiefdruckgebietes an.

Wenn zu den zarten Schäfchenwolken im Laufe des Tages noch Haufenwolken hinzukommen, dann gibt es ein Gewitter.

Tiefe Schichtwolke = Stratus

Oft auch als Hochnebel bezeichnet, findet sich die strukturlose Wolke in einer Höhe von 100 bis 2.000 Metern. Die tiefe Schichtwolke entsteht z.B., wenn feuchte Luft herangeweht wird, nach starkem Regen, durch die Abkühlung des Bodens in der Nacht oder durch Verdunstung über warmen Seen. Meist löst sich die tiefe Schichtwolke im Laufe des Vormittags auf. Nicht jedoch bei Inversionswetterlage im Winter. Dann befindet sich nämlich die warme Luft in der Höhe und kalte Luft am Boden. Und es gibt dadurch oft tagelang Hochnebel, begleitet von leichtem Graupelschauer und Sprühregen.

Lieber auf Nummer sicher gehen?

Sollten Sie der Wolkenkunde nicht ganz vertrauen, dann können Sie bei Verdacht auf Unwetter auch noch einen Blick auf die Wetterwarnung der ZAMG werfen. Dort finden Sie aktuelle Wetterwarnungen für ganz Österreich.


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