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Dass Rauchmelder Leben retten können, ist weithin bekannt. Dennoch haben bei weitem nicht alle Haushalte ein solches Gerät installiert. Um sich und Ihre Familie vor den Folgen einer Rauchvergiftung zu beschützen, sollten Sie darauf aber nicht verzichten.

Warum brauche ich einen Rauchmelder?

Vergangenes Jahr starben 50 Menschen in Folge eines Brandes. Die meisten davon in den eigenen vier Wänden, schlafend. Tagsüber können Sie ein Feuer schnell wahrnehmen, nachts hingegen schläft auch Ihr Geruchssinn, wodurch Sie die gefährlichen Brandgase nicht bemerken. Da bereits drei Atemzüge des giftigen Brandrauchs tödlich sein können, ist ein Rauchmelder unverzichtbar um Ihr Leben und das Ihrer Liebsten zu retten.

Durch den lauten Alarm werden Sie rechtzeitig geweckt und erhalten somit genug Vorsprung um sich und Ihre Familie in Sicherheit zu bringen und die Feuerwehr zu alarmieren. Denn Feuerwehrstatistiken belegen, dass Ihnen nach Ausbruch eines Brandes im Durchschnitt nur vier Minuten zur Flucht bleiben. So lange dauert es nämlich, bis sich die tödlichen Rauchkonzentrationen gebildet haben.



Wie funktionieren Rauchmelder?

Optische Rauchmelder arbeiten nach dem so genannten Streulichtprinzip. Im Inneren der Geräte befindet sich eine Rauchkammer, in der von einer Leuchtdiode regelmäßig Lichtstrahlen ausgesendet werden. Gelangt Brandrauch in die Rauchkammer, werden die Lichtstrahlen gestreut und dadurch auf eine Fotolinse abgelenkt. Der Rauchmelder erkennt Brandrauch und löst ein Warnsignal aus. Sie werden bereits bei kaltem Rauch gewarnt, der sich schon bei Brandausbruch bildet, also noch bevor Flammen zur Gefahr werden. Diese Methode verhindert, dass schon bei leichtem Rauch (Kerzenlicht, Zigarettenrauch) ein Fehlalarm ausgelöst wird.

Lasermelder funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie optische Rauchmelder, allerdings wird statt der einfachen Leuchtdiode (LED) eine Laserdiode verwendet. Dadurch wird die Messung genauer und der Rauchmelder erkennt schon geringste Mengen an Rauchpartikeln.



Wie viele Rauchmelder benötige ich?

Seit Juli 2008 ist der Einsatz von Heimrauchmeldern im Privatbereich (sowohl in Wohnungen als auch in Einfamilienhäusern) bei allen neuen Bauprojekten gesetzlich vorgeschrieben. In Aufenthaltsräumen - ausgenommen in Küchen - sowie in Gängen, über die Fluchtwege von Aufenthaltsräumen führen, muss jeweils mindestens ein Rauchwarnmelder angeordnet werden.

Vergessen Sie auch nicht auf den Keller und den Dachboden. Beachten Sie jedoch, dass ein Rauchwarnmelder nur für einen 60m2 großen Raum ausreicht. Bei größeren Räumen sollten Sie sicherheitshalber mehrere Melder verwenden.

Für Räume, in denen viel Staub, Rauch oder Wasserdampf entsteht (Küche oder Bad), gibt es ganz spezielle Lösungen, wie z.B. Wärmemelder, Rauchmelder mit Stummschalter oder Gasmelder.



Wo befestige ich den Rauchmelder?

Da der Rauch nach oben steigt, sollten Sie Rauchmelder immer an der Zimmerdecke befestigen. Am besten in der Mitte des Raumes, mindestens jedoch 50 cm von Wänden entfernt. Meiden Sie die Nähe von Luftschächten, starke Zugluft oder die Dachspitze.

Der Rauchmelder ist einfach mit einer Schraube an der Decke anzubringen. Danach bietet er sofortigen Schutz.



Welche Besonderheiten gibt es?

Es wird eine große Palette an Rauchmeldern angeboten. Für Küche und Bad gibt es ebenso gesonderte Geräte wie für Hörgeschädigte.

Funkvernetzung von Rauchmeldern
Lassen Sie sich im Wohnzimmer informieren, dass im Keller gerade ein Feuer ausgebrochen ist! Mit vernetzten Meldern ist das möglich. Sie geben das Signal im Brandfall untereinander weiter und lösen gleichzeitig Alarm aus.

Netzbetriebene Rauchmelder
Damit Ihr Rauchmelder nicht aufgrund leerer Batterien versagt, verfügen diese Rauchmelder über eine duale Stromversorgung (Hauptstrom per 230-Volt-Netz und Notstrom über Batterie). Dank der Notstrom-Option sind die Melder auch bei einem Stromausfall funktionsbereit.



Wo erhalte ich optische Rauchmelder?

Rauchmelder für den Heimbereich bekommen Sie in den meisten Baumärkten, im Elektrofachhandel und auf etlichen Shopping-Plattformen im Internet. Die Preise variieren sehr stark, mit EUR 9,- bis EUR 150,- müssen Sie rechnen. Die Preisunterschiede ergeben sich aber nicht nur durch die enthaltene Informationstechnik, sondern auch durch das Design. Bereits billige Produkte im Handel bieten sehr guten Schutz.



Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Ihr neuer Rauchmelder sollte mit dem CE- oder GS-Zeichen inkl. Prüfnummer und der Angabe "EN 14604" versehen sein. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist das VdS-Prüfzeichen bzw. die ÖNORM ISO EN 12239.

Jeder Melder sollte zumindest über drei wichtige Kontrollfunktionen verfügen:
1. Testknopf zum Prüfen des Alarmtones
2. Optisches Blinksignal, das Funktion und Einsatzbereitschaft des Melders anzeigt
3. Akustisches Signal bei notwendigem Batteriewechsel, das mindestens 30 Tage lang ertönt, um auch noch nach einem Urlaub auf die Erneuerung der Batterie hinzuweisen

Verzichten Sie beim Kauf auf billige Alkali-Batterien und entscheiden Sie sich stattdessen für Lithium-Batterien. Diese haben eine Laufzeit von 10 Jahren und halten damit in der Regel so lange, bis auch der Rauchmelder ausgetauscht werden sollte.

Für welches Gerät Sie sich auch entscheiden, wichtig ist, dass Sie sich nach dem Kauf regelmäßig (mind. einmal im Monat) durch Drücken des Testknopfes vergewissern, dass das Gerät noch funktionsfähig ist und den Rauchmelder entstauben.



Wie verhalte ich mich im Brandfall?

  • Versuchen Sie Ruhe zu bewahren, denn Ihre Panik überträgt sich auch auf andere!
  • Verlassen Sie so schnell wie möglich mit allen anderen Personen die Wohnung. Bleiben Sie nicht stehen, um irgendetwas mitzunehmen!
  • Schließen Sie beim Verlassen der Wohnung jede Tür, durch die Sie kommen. So verhindern Sie ein Ausbreiten des Feuers.
  • Bei starkem Rauch sollten Sie in Bodennähe kriechen und das Einatmen von Rauch vermeiden. Halten Sie sich wenn möglich ein nasses Tuch vor Mund und Nase.
  • Rufen Sie die Feuerwehr (122 bzw. international 112) von außerhalb des Gebäudes. Sprechen Sie ruhig und deutlich, nennen Sie Namen, Adresse und Brandort (Wenn möglich, sagen Sie ob Menschen oder Tiere in Gefahr sind und was brennt.)
  • Wenn Sie die Wohnung nicht verlassen können, schließen Sie die Tür und verstopfen sie die Ritzen mit Decken oder ähnlichem. Rufen Sie die Feuerwehr und warten Sie am offenen Fenster auf Rettung. Springen Sie nicht aus Angst aus dem Fenster!