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Willis Haviland Carrier hat es geschafft, uns den Arbeitsalltag an heißen Tagen erträglich zu machen: Er gilt als Erfinder der Klimaanlage. Doch nicht alle sind ihm dafür dankbar:

Klimaanlagen haben einen schlechten Ruf. Was ist dran?

Obwohl Klimaanlagen im Sommer für einen kühlen Kopf und eine verbesserte Konzentration sorgen, sind sie nicht bei allen beliebt. Sie seien Bakterienschleudern, sagt man. Doch stimmt das? Untersuchungen haben ergeben, dass die Belastung der MitarbeiterInnen durch lebensfähige Luftkeime oder diverse Schadstoffe in klimatisierten Räumen geringer ist als im Freien.

Trotzdem sollten Sie die Klimaanlage stets mit Bedacht einsetzen. Denn bei schlechter Wartung besteht tatsächlich die Gefahr, dass sich Bakterien und Schimmelpilze einnisten. Dadurch könnten die oberen Atemwege gefährdet sein.

Dass es überhaupt so weit kommt, liegt am Kondenswasser: Verschiedenste Krankheitserreger fühlen sich darin nämlich besonders wohl. Außerdem werden durch die Außenluftansaugung allerhand Staub, Schmutz, Pollen und Schimmelsporen in die Anlage gesaugt.

Oft wird auch behauptet, dass die kühle, trockene Luft die menschlichen Schleimhäute austrocknet und sich Viren und Bakterien somit viel einfacher einnisten können. Dabei wird die eingeatmete Luft jedoch normalerweise durch die Nasenschleimhäute ausreichend befeuchtet.



Wenn die Arbeit in der Firma unerträglich wird

In Österreich müssen Unternehmer gemäß § 28 der Arbeitsstättenverordnung Maßnahmen gegen Hitze am Arbeitsplatz treffen. Das liegt auch in ihrem eigenen Interesse, da Hitze die Produktivität der Belegschaft um 30 bis 70 Prozent senken soll. Bei Arbeiten mit geringer körperlicher Belastung liegt die Obergrenze der zulässigen Lufttemperatur in Räumen bei 25 Grad, bei normaler körperlicher Belastung bei 24 Grad. Wie die Kühlung erfolgt, bleibt aber dem Unternehmer überlassen – ein Recht auf eine Klimaanlage im Büro gibt es nicht. Hitzefrei ab einer bestimmten Temperatur übrigens auch nicht.



Der richtige Umgang mit Klimaanlage & Co

  • Achten Sie stets darauf, dass der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur nicht zu groß ist. Denn dadurch werden Körper und Kreislauf belastet. Der menschliche Körper kühlt sich bei hohen Temperaturen durch Schwitzen ab. Betritt man dann einen gut gekühlten Raum, wird der Schweiß auf der Hautoberfläche stark abgekühlt. Die doppelte Kühlung ist dann zu viel für den Körper und kann zu Unterkühlung führen. Optimal ist ein Unterschied von maximal sechs bis acht Grad. Eine Temperatur von 23 bis 27 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 35 bis 65 Prozent sind ideal.
  • Mindestens einmal jährlich sollten entsprechende Wartungsmaßnahmen zur Pflege und Reinigung der Geräte durchgeführt werden. Vergessen Sie dabei auch auf Ihr Auto nicht. Ein jährlicher Wechsel des Aktivkohlefilters ist hier zu empfehlen. Spätestens, wenn’s muffig riecht, sobald Sie die Lüftung oder die Klimaanlage einschalten, ist es höchste Zeit für den Filterwechsel. Andernfalls verteilen sich die angesammelten Mikroorganismen im Fahrzeug und können durch den Luftstrom direkt in den Körper gelangen.
  • Apropos Auto: Der Pkw sollte vor dem Losfahren zunächst kräftig durchlüftet werden. Schalten Sie erst nach dem Start die Klimaanlage ein. Dabei empfiehlt es sich, die Fenster einen kleinen Spalt breit zu öffnen und das Gebläse bei Umluft auf die höchste Stufe zu stellen, um die warme Luft entweichen zu lassen. Die Temperatur sollte idealerweise 21 bis 22 Grad betragen. Ist diese Temperatur erreicht, Anlage von Um- auf Frischluft stellen und die Fenster schließen. Das übertriebene Absenken der Temperatur schadet aufgrund von erhöhtem Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß nicht nur dem eigenen Geldbörsel und der Umwelt, sondern kann auch gesundheitliche Folgen haben.
  • Ratsam ist es auch, viel Wasser zu trinken und sich bei trockenen Augenschleimhäuten entsprechende Tropfen - künstliche Tränen - in die Augen zu tropfen. Lassen Sie die Fenster geschlossen und decken Sie Lufteintritts- und Austrittsöffnungen nicht ab.