Zurich Versicherung Österreich
Es ist wieder einmal soweit: Die Betriebskostenabrechnung ist fällig. Was darf Ihnen der Vermieter zu Recht verrechnen und wann sollten Sie die Kosten genauer hinterfragen? Wir geben Ihnen etwas Einblick in den Abrechnungsdschungel.

Wann muss die Abrechnung der Betriebskosten fertig sein?

Die Abrechnung des Vorjahres muss von den Hausverwaltungen bis spätestens Ende Juni vorgelegt werden.



Was muss die Abrechnung beinhalten?

  • Die Sammlung aller Belege (in Kosten gegliedert)
  • Eine Langfassung (mit Rechenschritten)
  • Eine Kurzfassung (mit summierten Kosten)

Sie liegt entweder bei der Hausbesorgerin/dem Hausbesorger auf oder wird an einer geeigneten Stelle im Haus ausgehängt. Weiters muss die Hausverwaltung Belegeinsicht sowie das Kopieren der Belege ermöglichen.



Welche Kosten darf Ihnen die Vermieterin/der Vermieter weiterverrechnen?

  • Wassergebühren
  • Rauchfangkehrung
  • Kanalgebühren
  • Müllabfuhr (und Schädlingsbekämpfung)
  • Allgemeine Beleuchtung
  • Hausversicherung
  • Hausverwaltung

Alle anderen zahlt die Vermieterin/der Vermieter selbst.



Wie verteilen sich die Betriebskosten auf die Mieter?

Für Altbaumietwohnungen und vermietete Eigentumswohnungen in vor 1945 errichteten Gebäuden sowie geförderte Wohnungen gilt der Betriebskatalog nach dem Mietrechtsgesetz bestehend aus den oben genannten Kosten (Wassergebühren, Rauchfangkehrung, etc.). Die Betriebskosten hängen von der jeweiligen Nutzfläche ab.

Bei allen anderen Wohnungen werden die Betriebskosten anteilsmäßig auf Mieter bzw. Wohnungseigentümer aufgeteilt.



Was sind die größten Brocken in der Betriebskostenabrechnung?

  1. HausbesorgerIn
    Egal, ob die Arbeit gut oder schlecht gemacht wurde, die Hausbesorgerin/der Hausbesorger muss bezahlt werden.
    Bei Altbauhäusern ist es fast immer die Aufgabe des Hausbesitzers, das technische Equipment des der Hausbesorgerin/des Hausbesorgers zu bezahlen. Bei einer Schaufel, einem Besen oder Reinigungsmitteln drücken die Mieter zwar meist noch ein Auge zu, wenn es aber um einen Traktor-Rasenmäher geht, sieht die Sache wieder anders aus.
    Eine Alternative zu HausbesorgerInnen sind Reinigungsfirmen, die damit werben, kostengünstigere Arbeit verrichten zu können. Zusätzlich könnte die Hausbesorgerwohnung auch noch vermietet werden.

  2. Lift
    MieterInnen in Altbauhäusern müssen immer nur die laufenden Kosten mitbezahlen. Das sind Stromkosten, Kosten der regelmäßigen Wartung sowie für Sonderkontrollen und Sonderservice. Reparaturen und der Austausch von Verschleißteilen bleiben Ihnen erspart.

    Einige MieterInnen, die im Erdgeschoß wohnen, umgehen die Kosten für den Lift ganz, indem Sie - soweit vorgesehen - keinen Schlüssel dafür zu bekommen. Doch nicht jeder Lift lässt sich mit einem Schlüssel versperren.

  3. Wasser
    Bei einem Rohbruch, werden die Kosten der Reparatur auf die Mieter übergewälzt. Dasselbe gilt für Dichtheitsprüfungen. Nicht in Ihrer Abrechnung auftauchen darf jedoch das Ablesen des Wasserzählstandes.

  4. Beleuchtung
    Lampen und Sicherungen der Stiegenhausbeleuchtung, die ausgetauscht werden, weil sie ihre ausgedient haben, werden von den Mietern gezahlt. Ebenso wie die Überprüfung der Stromleitung. Mehr aber auch schon nicht. Auch nicht, wenn eine kaputte Leitung daran schuld ist, dass das Licht ausgegangen ist.

Außerdem:

  • Rauchfangkehrer
    Das Ausschleifen durch den Rauchfangkehrer darf den MieterInnen nicht weiterverrechnet werden. Das Nachkehren allerdings schon.

  • Tauben
    Wenn die Vermieterin/der Vermieter Gitter zur Abwehr von Tauben anbringt, muss sie/er diese auch aus eigener Tasche bezahlen. Lässt er hingegen Taubenmist wegputzen, dürfen die Kosten dafür den Mietern aufgehalst werden.

  • Gerümpel
    Die Hauseigentümerin/der Hauseigentümer kann die Mieter nur dann für das Entfernen von abgelagertem Gerümpel zur Kasse bitten, wenn der frühere Eigentümer nicht mehr ausfindig gemacht werden kann.


Wie lange kann ich Einwand erheben?

3 Jahre lang.

Achtung: MieterInnen von Genossenschaftswohnungen müssen innerhalb von sechs Monaten widersprechen!



Weitere Informationen