Eislaufen ist in vielerlei Hinsicht eine tolle Sportart. Sie macht Spaß, erfordert keine allzu teure Ausrüstung oder weite Anreise und ist auch noch gut für die Gesundheit: Sie fördert den Gleichgewichtssinn, trainiert verschiedene Muskelgruppen und regt durch die frische Luft die Durchblutung an.

Mit einem Tag am Eis können Sie Ihrem Kind also nicht nur viel Freude bereiten, sondern auch noch etwas für die Gesundheit tun. Allerdings nur, wenn Sie den Eislaufplatz wohlüberlegt aussuchen und ein paar Sicherheitsmaßnahmen beachten. Denn wie bei jedem Sport kann auch beim Eislaufen einiges passieren. Vor allem Kinder sind gefährdet. Die Hälfte aller Verletzten ist jünger als 15 Jahre alt.


Die passende Schutzausrüstung

Wenn ihr Kind beim Eislaufen hinfällt, wird es sich wahrscheinlich reflexartig mit den Händen am Boden abstützen. Der Unterarmbereich, die Handgelenke und die Finger sind also am anfälligsten für Verletzungen. Deshalb sollte es auf jeden Fall dicke, gefütterte Handschuhe tragen. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, können Sie Ihrem Kind auch Handgelenksstützen, wie sie beim Inline-Skaten getragen werden, anlegen.

Da etwa 15 Prozent aller Verletzungen beim Schlittschuhlaufen den Kopf betreffen, sollten Sie Ihrem Kind auf jeden Fall einen Ski- oder Eishockey-Helm aufsetzen. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass die Eislaufschuhe nicht allzu veraltet sind, denn dann stellen sie ein erhöhtes Unfallrisiko dar. Lassen Sie stumpf gewordene Kufen nachschleifen.

In einem Eislaufkurs kann Ihr Kind nicht nur lernen, wie es das Gleichgewicht behält, sondern auch, wie es sich richtig hinfallen lässt. Das kann viele Verletzungen verhindern.


Was muss ich bei natürlichen Eisflächen beachten?

So idyllisch das Gleiten über einen zugefrorenen See oder Fluss auch sein kann - genauso gefährlich ist es, wenn Sie sich zuvor nicht absichern, dass die Eisfläche stabil genug zum Eislaufen ist.

  • Beachten Sie die aufgestellten Warntafeln und halten Sie sich von Sperrzonen fern.
  • Prüfen Sie, ob die Eisfläche dick und somit auch stark genug ist, bevor sich Ihr Kind zu weit in die Mitte des Sees hinauswagt. Die Eisdecke sollte mindestens 12 cm, bei Bächen und Flüssen sogar 20 cm dick sein. Kleinkinder werden zwar meist schon von weniger stabilem Eis getragen, aber bedenken Sie, dass Sie Ihrem Kind sicher gern aufhelfen möchten, wenn es hingefallen ist.
  • Flüsse, die Grundwasser führen, sollten Sie aufgrund der warmen Strömungen meiden. Durch die Erwärmung ist die Eisschicht sehr dünn und geschwächt. Gewässer wie die Alte und Neue Donau sind beispielsweise durch Grundwasserströmungen miteinander verbunden.
  • Auch sehr gefährlich sind die Bereiche rund um Zu- und Abflüsse, weil die Teiche wegen der Strömung erst spät zufrieren. Steilufer sind auch tückisch. Das Eis kann sich mit der Erde nicht binden, wodurch gerade am Ufer Einbruchgefahr besteht.
  • Seien Sie besonders bei Tauwetter vorsichtig. Die Dicke der Eisdecke nimmt dann rasch ab, wodurch man leichter einbrechen kann.
  • Achten Sie auf Risse und Sprünge, sowie Stolperfallen auf dem Eis. Eingefrorene Äste oder Unebenheiten können von Schnee bedeckt sein. Wenn es zu viele Gefahren gibt, sollten Sie sich und Ihrem Kind lieber ein anderes Plätzchen suchen.
  • Erklären Sie Ihrem Schützling, dass es sich nicht außerhalb Ihrer Blick- und Rufweite entfernen darf. Außerdem sollte es sich eher am Rand austoben, da das Eis zur Mitte hin dünner wird.

Um ganz sicher zu gehen, sollten Sie bei der Gemeinde nachfragen, ob die Eisfläche zum Schlittschuhlaufen freigegeben ist. Grundsätzlich gilt aber: Das Betreten erfolgt auf eigene Gefahr.


Was tue ich, wenn mein Kind einbricht?

Zum Glück ist es relativ selten, dass jemand einbricht, aber durch die lange Zeit im eiskalten Wasser können schwere Verletzungen zustande kommen. Zusätzlich schwächt die Kälte die Muskulatur in wenigen Minuten, wodurch die Kraft schnell nachlässt. Außerdem ist es oft schwierig, eingebrochene Personen zu bergen.


Erklären Sie Ihrem Kind, was es im Fall des Falles zu tun hat:

  • Es soll versuchen, mit den ausgestreckten Armen auf der Eisdecke Halt zu finden.
  • Ihr Kind soll sich auf den Bauch legen und versuchen, von der Einbruchstelle wegzukriechen. Und zwar in die Richtung, aus der es gekommen ist.

So retten Sie Ihr Kind:

  • Alarmieren Sie die Rettungskräfte.
  • Versuchen Sie nie jemanden auf eigene Faust zu retten. Ein zweiter Helfer oder zumindest eine Seilsicherung sollte Sie unterstützen.
  • Auch Sie sollten die Tragfähigkeit der Eisfläche prüfen, bevor Sie sich darauf wagen. Wenn Sie selbst einstürzen, können Sie Ihrem Kind auch nicht mehr helfen.
  • Um Ihr Gewicht auf dem Eis besser zu verteilen, sollten Sie sich auf eine breite Unterlage legen und sich der Einbruchstelle vorsichtig nähern.
  • Versuchen Sie Ihr Kind mit einer Leiter, einer Stange oder einem langen Seil zu bergen.
  • Nach der Bergung packen Sie Ihr Kind in dicke Decken ein und lassen Sie es von einem Arzt gründlich untersuchen.