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Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung
Sicher am Steuer?
Die ständige Erreichbarkeit: Segen oder Fluch? Fakt ist jedenfalls, dass die Fahrtauglichkeit beim Telefonieren am Steuer stark eingeschränkt wird. Auch wer auf der Straße Musik hört, ist unachtsamer. Multitasking hat im Straßenverkehr nichts zu suchen.
Warum ist das Telefonieren am Steuer so gefährlich?
Abgelenkte Autofahrer sind nach Rasern und Vorrangverletzern an dritter Stelle für Unfälle auf Österreichs Straßen verantwortlich. Die häufigste Nebentätigkeit beim Autofahren ist dabei das Handytelefonieren.
Wer während der Fahrt telefoniert, begeht 40 Prozent mehr Fahrfehler, mit einer Freisprecheinrichtung sind es noch immer 28 Prozent. Gefährlich dabei ist nicht nur die Bedienung des Telefons, sondern auch die Ablenkung durch den Gesprächsinhalt:
- Wichtige Gefahrenquellen können nicht mehr rechtzeitig wahrgenommen werden.
- Durch das Hantieren mit dem Telefon wird die Bewegungsfreiheit drastisch eingeschränkt.
- Gaspedal und Lenkrad werden abrupter und hastiger betätigt. Nachfolgende Fahrer können das Verhalten des Vordermanns daher schwer einschätzen.
- Bei Abbiegemanövern geraten Fahrer mit Handy am Ohr viel häufiger auf die Gegenfahrbahn als andere.
- Kurven werden öfters geschnitten und aufs Blinken wird auch meistens vergessen.
- Mit dem Telefon in der Hand erkennen Fahrer auch erst deutlich verzögert das Abbremsen des vorausfahrenden Wagens. Zusätzlich erhöht sich die Reaktionszeit beim Aufleuchten der Bremslichter erheblich.
- Außerdem werden Fußgänger, die einen Zebrastreifen queren möchten, viel häufiger übersehen.
Konzentrationsmäßig entspricht ein Handytelefonierer am Steuer einem alkoholisierten Lenker! Doch aus Gewohnheit, Bequemlichkeit oder Selbstüberschätzung wird oft trotzdem keine Freisprecheinrichtung verwendet.
Was ist erlaubt?
Seit dem 1. Juli 1999 ist das Telefonieren am Steuer nur mit Freisprecheinrichtung gestattet. Eine Strafe darf jedoch derzeit nur verhängt werden, wenn der Fahrer angehalten wird. Handy-Lenker in Fahrt können nicht angezeigt werden.
Dennoch sind Sie mit einer Freisprecheinrichtung gut beraten.
Bluetooth-Modelle sind nicht nur relativ einfach in der Handhabung (auch bei wechselnden Handy-Modellen), sie sind außerdem kabellos und zu geringen Preisen erhältlich.
Da ein Gespräch jedoch auch emotional belastend sein kann, sollten Sie Telefonate prinzipiell vor oder nach der Fahrt erledigen.
Zusätzliche Gefahren im Straßenverkehr
Besonders brisant wird die Situation, wenn ein telefonierender Autofahrer auf einen Radfahrer oder Fußgänger trifft, der aufgrund von Kopfhörern nicht so achtsam ist, wie es notwendig wäre. Denn durch die Musik ist man abgelenkt und nimmt andere Verkehrsteilnehmer nicht wahr. Man muss sich alleine auf Lichtsignale verlassen. Doch in Österreich wird durchschnittlich 6 Mal pro Sekunde eine rote Ampel überfahren. Jeder Zehnte gibt daher an, schon einmal im Straßenverkehr eine gefährliche Situation mit Kopfhörern erlebt zu haben.
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