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Sicherer Start in die Motorradsaison
Das größte Risiko für Motorradunfälle besteht am Anfang der Saison, berichtet das Kuratorium für Verkehrssicherheit. Jeder 35. Unfall endet aufgrund von Fehleinschätzungen der Umfeldbedingungen, Selbstüberschätzung oder Sorglosigkeit tödlich.
Holen Sie sich hier wichtige Tipps für einen sicheren Start in die Motorradsaison.
Überprüfen Sie Ihr Fahrzeug
Auch wenn die Sonne noch so sehr lockt: Bevor Sie sich zum ersten Mal aufs Bike schwingen, sollten Sie Ihre Maschine aus dem Winterschlaf holen und genau unter die Lupe nehmen. Besonderes Augenmerk sollten Sie auf die drei „B“ legen: Bereifung, Bremsen und Beleuchtung.
Bereifung
- Führen Sie eine Luftdruckkontrolle durch. Der Druck sollte ungefähr bei 2 bis 2.2 bar liegen. Ist er wesentlich geringer, sollten Sie überprüfen, ob der Reifen beschädigt oder überaltert ist.
- Messen Sie die Profiltiefe. Geringer als 1,6 Millimeter sollte sie nicht sein. Weisen die Reifen ausgebrochene Profilstücke oder Schnitte in den Flanken auf, oder sind nicht mehr alle Ventilkappen vorhanden, sollten Sie sie ausmustern.
Bremsanlage
- Sind die Leitungen und Schläuche dicht? Prüfen Sie, ob sich irgendwo Dellen, Scheuerstellen oder Risse befinden.
- Stimmt der Stand der Bremsflüssigkeit im Ausgleichsbehälter? Erneuern Sie die Flüssigkeit alle zwei Jahre, um gefährliche Dampfblasenbildung zu vermeiden.
- Kontrollieren Sie, ob kein Öl bzw. Fett von der Winterpflege auf die Bremsschreiben oder Bremsbeläge getropft ist. Sind die Bremsbeläge noch stark genug? Beachten Sie: Einmal jährlich muss beim Motorrad ein Öl- und Ölfilterwechsel vorgenommen werden. Das Bremssystem benötigt alle drei Jahre neue Bremsflüssigkeit und auch die Bremsbeläge halten selten mehr als drei Saisonen!
Beleuchtung
- Prüfen Sie, ob alle Leuchtengehäuse intakt sind (keine Sprünge in der Abdeckung, keine „erblindete“ Verspiegelung, keine lichthemmende Verstaubung im Inneren) und ob Rückstrahler weder abgebrochen noch zerkratzt sind.
- Funktionieren alle Leuchten (Fern- und Abblendlicht über die Blinker und die Kennzeichenbeleuchtung bis zur Brems- und Schlussleuchte) sowie die dazugehörigen Schalter und Kontrolllampen? Überalterte Exemplare erkennen Sie am geschwärzten Glaskolben bzw. - bei Halogenlampen - am Glitzern der Drähte.
- Sind alle elektrischen Anschlüsse fest und nicht korrodiert?
Außerdem sollten Sie überprüfen
- Sind alle Befestigungen ok? Prüfen Sie die Stoßdämpfer und Federndie Motorblock-Aufhängung und die Räder.
- Kontrollieren Sie den Motorölstand in Motor und Getriebe. Tröpfelt auch nichts aus der Kraftstoffleitung; ist sie ohne Scheuer- und sonstige Schadstellen?
- Ist die Kette richtig gespannt und gut gefettet?
- Sind die Stoßdämpfer und Federn an der linken und rechten Seite richtig eingestellt – also auf gleicher Höhe?
- Ist die Lenkung frei und leichtgängig? Sind ihre Endanschläge einwandfrei; ist ihr Spiel nicht zu groß?
Vor einer längeren Tour ist ein professioneller Sicherheitscheck in einer Werkstatt zu empfehlen.
Angepasste Geschwindigkeit rettet Leben
Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit ist unter Motorradfahrern immer noch Unfallursache Nummer 1. Vernünftiges und vorausschauendes Fahren mit ausreichend Sicherheitsabstand ist oberstes Gebot. Versuchen Sie als junger und unerfahrener Motorradfahrer nicht, mit versierten Bikern mitzuhalten, denn so geraten Sie in Fahrsituationen, mit denen Sie noch überfordert sind.
Achtung bei Rechtskurven
Das KfV hat als zweite Hauptunfallursache Fehleinschätzungen beim Überholen in Rechtskurven identifiziert. Dabei übersieht der Biker häufig das entgegenkommende Fahrzeug, das vom vorderen Fahrzeug verdeckt wird.
Machen Sie Übungsfahrten zur Gewöhnung an das Bike
Bei einer Übungsfahrt auf geschütztem Gelände (z.B. einem Verkehrsübungsplatz) können Sie sich nach einer langen Fahrpause wieder gefahrlos an das Fahrzeug gewöhnen. Wichtig ist, dass Sie Ihren Gleichgewichtssinn schärfen. Dazu eignen sich vor allem Langsamfahrübungen, um die kleinen, aber oftmals folgendreichen Fehler zu vermeiden. Auch das richtige Bremsen sollte nochmals trainiert werden.
Fahrtechnik, Reaktionsvermögen und Blickverhalten sind nach einer längeren Pause nicht mehr ganz so ausgeprägt, wie zum Ende der vergangenen Saison. Um wieder ein sicheres Gespür für die Handhabung der Maschine im Straßenverkehr zu bekommen, empfiehlt sich zum Einstieg ein Sicherheitstraining. Der ÖAMTC bietet unter dem Titel „Warm Up“ von Anfang April bis Ende Mai in den Fahrsicherheitszentren kompakte Fahrsicherheitstrainings an. Das halbtägige Training eignet sich für Profis und Wiedereinsteiger.
Kontrollieren Sie Ihre Schutzausrüstung
Neben dem lebensrettenden Helm, der auch Gesicht und Kiefer schützen sollte, zählen robuste Handschuhe, Stiefel und eine widerstandsfähige Jacke und Hose inklusive Protektoren zur optimalen Schutzausrüstung für Biker. Achten Sie darauf, dass Ihre Sicht nicht durch Kratzer am Visier des Sturzhelms oder fehlenden Sonnenschutz eingeschränkt werden kann.
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