Ihre Ausbildung wird gefördert

Die Arbeitslosigkeit stieg im vergangenen Jahr nicht so dramatisch wie erwartet wurde. Dennoch ist sie so hoch, dass man sie fast als Rekordarbeitslosigkeit bezeichnen könnte. Mit dem sogenannten "dritten Arbeitsmarktpaket" soll ihr nun entgegengewirkt werden.



Was ist das "dritte Arbeitsmarktpaket"

2010 stellt das AMS vor allem für Qualifizierungsprogramme noch mehr Geld als bisher zur Verfügung. Etwas mehr als 1 Mrd. Euro werden heuer in Arbeitslosenprogramme fließen. Das sind 17 Millionen mehr als noch im Vorjahr. Gefördert werden vor allem die Aus- und Weiterbildung von Arbeitslosen und ArbeitnehmerInnen. Außerdem wird das Geld für Lohnzuschüsse bei Betrieben und Arbeitslosen verwendet.



Warum wird so viel Geld investiert?

Weil auch 2010 mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet wird. Gemäß dem AMS greifen Unternehmer bei steigenden Auftragszahlen zunächst auf ihre Kurzarbeiter zurück. Und es werden vermehrt Überstunden gemacht bevor neues Personal eingestellt wird. Außerdem verbleiben Frauen derzeit länger in Karenz und die Ausbildungszeit der Jugendlichen verlängert sich.



Wie sieht die Förderung konkret aus?

Wenn Sie arbeitslos sind und einen Fortbildungskurs absolvieren, der länger als 3 Monate dauert, erhalten Sie pro Monat einen Zuschuss von 100 Euro. Dauert der Kurs länger als 6 Monate, erhalten Sie das Doppelte.

Bei Langzeitarbeitslosen und schwer vermittelbaren Personen, übernimmt das AMS bis zu 66 Prozent der Lohnkosten für bis zu einem Jahr.

Auch die Höherqualifizierung von Arbeitnehmern wird gefördert. Das AMS übernimmt bis zu zwei Drittel der Kosten von Weiterbildungskursen mit dem Ziel, dass diese Personen innerhalb des Unternehmens aufsteigen können und ihre alten Jobs an arbeitslose Menschen neu vermittelt werden können.

Sie möchten sich selbstständig machen? Unternehmensberater begleiten Sie bei der Gründung. Sie erstellen mit Ihnen einen Businessplan und erhalten auch noch bis zwei Monate nach der Gründung eine Beihilfe in Höhe des Arbeitslosengeldes. Außerdem können Sie als Jungunternehmer jene Kurse besuchen, die sie als Zusatzqualifikation für Ihr Unternehmen benötigen.



Warum wird die Fortbildung so gefördert?

Weil gerade die Krise wieder gezeigt hat, dass eine fundierte Ausbildung der Schlüssel zu einem sicheren Job sein kann. Das Risiko, arbeitslos zu werden, ist für geringer qualifizierte Menschen mehr als doppelt so hoch wie für Menschen mit Lehrabschluss. Nicht in jeder Branche werden Bewerber abgewimmelt. Es gibt durchaus noch Firmen, die qualifizierte Leute suchen. Wer sich jetzt für eine dieser Branchen umschulen lässt, hat sehr gute Karten auch während der Krise ins Berufsleben einzusteigen.



Welche Branchen werden heuer ganz besonders zu kämpfen haben?

Vor allem produzierende Unternehmen werden die Krise durch das Auslaufen der Kurzarbeitsmodelle heuer stärker als im Jahr zuvor zu spüren bekommen. Auch die Bauwirtschaft wird trotz starker Förderungsprogramme einen weiteren Verlust an Arbeitsplätzen verzeichnen müssen. Nicht besser wird es dem Handel ergehen.



Gibt es auch Branchen, die aufatmen können?

Ja, für das Gesundheits- und Sozialwesen werden bessere Zeiten vorausgesagt. Auch in den Berufsfeldern Erziehung und Unterricht sowie bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen werden zusätzliche Jobs erwartet. Auch sogenannte "green jobs" werden in Zukunft gefragter sein denn je. Energietechnik z.B. wird noch ein großes Thema werden.



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