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Zöliakie: Ernährungstrend oder Krankheit?

Juni 2017
Paleo, Raw Food, vegane Ernährung – „aber bitte glutenfrei“, versteht sich. In regelmäßigen Abständen entstehen neue Ernährungstrends und Lebensweisheiten, die einem angeblich noch schneller, noch besser und noch gesünder zum Traumkörper sowie zu mehr Ausgeglichenheit und Wohlbefinden verhelfen sollen.

Glutenfrei ist nicht automatisch besser

Besonders die glutenfreie Ernährung entwickelt sich auf mysteriöse Art und Weise zur neuen Gesundheitsformel.

Grundloser Weizenverzicht geht jedoch aufs Geldbörserl und ist entgegen mancher Glaubenssätze gar nicht einmal so gesund. Und trotzdem lässt sich eine auffallende Tendenz hin zu einem verstärkten Weizenverzicht in der Bevölkerung beobachten.

Das „Chamäleon unter den Krankheiten“

So wird Zöliakie aufgrund ihres schwer erkennbaren Krankheitsbildes in Bezug auf die vielseitigen oder bei manchen Menschen gar nicht vorhandenen Symptome häufig bezeichnet.

Zöliakie ist eine chronische Erkrankung, die durch eine Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten ausgelöst wird.

Viele Symptome möglich

Die Autoimmunerkrankung erfordert eine lebenslange und hundertprozentig strikt glutenfreie Ernährung, denn der Verzehr von glutenhaltigen Lebensmitteln führt zu einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut. Dadurch bilden sich die Dünndarmzotten zurück, wodurch die Funktion des Dünndarms deutlich beeinträchtigt und die Aufnahme von Nährstoffen gestört wird. Als Folge davon leiden Patientinnen und Patienten unter Mangelzuständen, Verdauungsstörungen, Erschöpfung und weiteren vielfältigen Symptomen.



Worin ist Gluten enthalten?

Gluten ist in zahlreichen bei uns üblichen Getreidesorten enthalten: Weizen, Roggen, Gerste und Hafer sowie deren Abstammungen und Kreuzungen, wie Triticale, Dinkel, Grünkern, Kamut, Einkorn und Emmer. Diese befinden sich jedoch nicht nur in Speisen oder Getränken, wo es offensichtlich erscheint, wie Nudeln, Brot, Kuchen, Keksen oder Bier, sondern werden häufig sogar für die Herstellung von Suppen, Saucen, Cremespinat, Schokolade, Eis und vielem mehr eingesetzt. Allein der Vermerk „Spuren von Gluten“ ist von Zöliakiepatientinnen und -patienten ernst zu nehmen. Demnach ist es für diese äußerst schwer, dem – schon in geringsten Mengen gefährlichen – Gluten zu entkommen.

Fett und Zucker statt Gluten

Heutzutage gibt es bereits ein großes Angebot an Ersatzprodukten. Diese enthalten aufgrund des fehlenden Klebereiweißes einen höheren Zucker- und Fettanteil als glutenhaltige Speisen. Hinzu kommt, dass diese Spezialprodukte trockener schmecken und um einiges teurer sind.

Für eine ausgewogene Ernährung empfiehlt sich deren Konsum ohne Notwendigkeit demnach nicht. Hirse, Buchweizen oder Quinoa für eine ausgewogene Ernährung in den Speiseplan aufzunehmen hingegen schon.

Wie erkenne ich die Krankheit?

Neun von zehn Zöliakie-Betroffenen wissen nicht, dass sie Zöliakie haben. Aufgrund der unterschiedlichen Symptome – Entwicklungs- bzw. Wachstumsstörung bei Kindern, Eisenmangel, Bauchschmerzen, Krämpfe, Durchfall oder depressive Stimmungen sind nur einige davon – oder auch dem völligen Ausbleiben dieser, kann es vermehrt zu Fehldiagnosen kommen.



Eine abklärende Untersuchung gibt Sicherheit

Indirekte Hinweise auf das Vorliegen einer Zöliakie können durch Nachweis von spezifischen Antikörpern im Blut gewonnen werden. Die einzige allgemein als beweisend anerkannte Untersuchungsmethode ist jedoch die Gastroskopie (Magenspiegelung/Dünndarmbiopsie) bei der eine Probe aus dem Dünndarm entnommen wird. Deshalb sollten Sie bei Verdacht keineswegs vor einer endgültigen Diagnose mit einer glutenfreien Diät beginnen!

Was ist der Unterschied zwischen Glutensensitivität und Zöliakie?

Glutensensitivität bzw. –intoleranz ist eine nicht-allergische Funktionsstörung und im Gegensatz zur Zöliakie weniger schwerwiegend. Zwar weisen Patientinnen und Patienten häufig ähnliche Beschwerden auf, diese können allerdings in vielen Fällen nach nur wenigen Jahren glutenfreier Diät wieder vergehen. Sollten Sie Beschwerden haben, zögern Sie nicht und lassen Sie sich rechtzeitig untersuchen!

Disclaimer und Quellenangabe

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Die Informationen stammen von folgenden Seiten: Neue Osnabrückner Zeitung, zoeliakie.or.at.