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Sie sind automatisch OrganspenderIn, wenn Sie nicht aktiv widersprechen

September 2017
Vor 50 Jahren, im Dezember 1967, wurde unter der Leitung von Christiaan Barnard die weltweit erste Herztransplantation durchgeführt – damals eine Sensation, obwohl der Patient nur 18 Tage überlebte.

119.873 Organtransplantationen weltweit im Jahr 2014

Mittlerweile werden rund 700 Organtransplantationen jährlich in Österreich durchgeführt. Wenn ein lebenswichtiges Organ zunehmend seinen Dienst versagt, ist eine Transplantation die einzige Chance auf Rettung. Allerdings können Jahre vergehen, bis das richtige Spenderorgan gefunden wird, und leider erleben nicht alle Wartenden eine Transplantation.

Woher kommen die Organe?

Die Organe stammen überwiegend von verstorbenen Menschen. Die Entnahme von Herz, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm kann in Österreich nur vorgenommen werden, wenn ein Hirntod eindeutig festgestellt wurde und absolut keine Chance besteht, die Person ins Leben zurückzuholen. Bei anderen Organen, wie vor allem der paarweise vorhandenen Niere, besteht auch die Möglichkeit einer sogenannten Lebendspende. Die Entnahme einer Niere wird von gesunden Personen in der Regel gut vertragen.

Wer bringt Spender und Empfänger zusammen?

Eurotransplant ist eine internationale Non-Profit-Organisation, der auch Österreich angehört. In ein zentrales Computersystem werden viele Details (Gewebetypen, virologische Befunde etc.) eingegeben und so Spender und Empfänger zusammengeführt.

Wie sieht es rechtlich in Österreich aus?

In Österreich gilt die "erweiterte Widerspruchslösung". Demnach ist es zulässig, verstorbenen Personen einzelne Organe oder Organteile zu entnehmen, wenn diese nicht zu Lebzeiten widersprochen haben.

Was muss ich tun, wenn ich KEIN Organspender sein möchte?

Seit 1995 führt das Österreichische Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) das "Widerspruchsregister gegen Organspende". In dieses Register kann sich jede Person eintragen lassen, die nicht möchte, dass ihre Organe im Fall eines Hirntods zur Transplantation freigegeben werden. Bei Kindern und Personen unter Sachwalterschaft zählt auch der Widerspruch des gesetzlichen Vertreters. Alle österreichischen Transplantationszentren sind gesetzlich dazu verpflichtet, vor einer Organentnahme zu überprüfen, ob laut ÖBIG ein Widerspruch gegen die geplante Transplantation vorliegt. In der Praxis versuchen Krankenanstalten auch in Fällen, in denen kein Widerspruch vorliegt, die Zustimmung der Angehörigen einer hirntoten Person vor der Organentnahme zu erhalten.

Wer kommt als Organspender in Frage?

In Österreich prinzipiell alle Menschen, bei denen ein Hirntod festgestellt wurde und kein Widerspruch gegen die Organentnahme vorliegt. Es gibt keine feste Altersgrenze für Organspender, denn entscheidend ist das biologische Alter. Generell sind die Organe jüngerer Spender hochwertiger. Bei HIV, Drogenabhängigkeit und bestimmten Krebsleiden ist eine Transplantation nicht möglich.

Wer kommt für die Kosten auf?

Die Kosten einer Organtransplantation werden in Österreich von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Laut Krankenkassenangaben kostet zum Beispiel eine Nierentransplantation im Durchschnitt zwischen 50.000 und 65.000 Euro, eine Lebertransplantation kann bis zu 180.000 Euro kosten.

Disclaimer und Quellenangabe

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